RE: Spielberichte Saison 2016/2017

#16 von Pillendreher04 , 06.03.2017 09:56

SV Wanheim – SUS Niederbonsfeld 2:2 (0:1)

Zwei Gegentore in der 82. und 88. Minute haben uns um zwei wichtige Punkte gebracht, letztlich hatten wir es sogar einer Glanztat von Cora zu verdanken, dass wir das Spiel nicht in der Nachspielzeit noch verlieren. Auf dem Hintergrund, dass RWE lediglich einen Punkt gegen Essen-West holte und dass wir eine Zweitore-Führung nicht ins Ziel bringen konnten, ein sehr ärgerlicher und enttäuschender Nachmittag für uns.

Dass es gegen Wanheim nicht einfach werden würde und dass wir alles raushauen müssen, was in uns steckt, war uns bewusst, das Hinspiel ließ grüßen. Durch die Ausfälle von Laura und Lara hatten wir „nur“ 13 Spielrinnen an Bord, nichtsdestotrotz war die Qualität groß. Aus den Erfahrungen der Hinrunde, dem Pokalspiel vor zwei Wochen und den erfolgreichen Testspielen haben wir unser Spielsystem auf ein 4-5-1 umgestellt, vor Cora begannen in der Abwehrkette Kimberly, Chrissie, Sabine und Sammy. Im Fünfermittelfeld sollten Gabi und Michelle über die Außenpositionen ihre Wucht und Schnelligkeit in Richtung Grundlinie einbringen, die Doppelsechs stellten Sophie und Bhagi, Paulina sollte als 10er vorne Caro unterstützen.
Das Spiel fand auf gut bespielbarer Asche statt, weil der Naturrasen unter Wasser stand. Asche können wir mittlerweile und nahmen von Anfang an auch den Kamp gegen einen sehr körperbetonten Gegner an. In der ersten Hälfte hatten wir den Wind im Kreuz, wollten auch zu Abschlüssen aus der Distanz kommen, den Ball flach halten und über gutes Passspiel für Gefahr sorgen. In Halbzeit eins hatten wir eigentlich alles im Griff, der Gegner selbst konnte keine Torgefahr erzeugen. Nach vorne wurde der Ball leider des öfteren zu schnell oder wir verrannten uns im dicht gestaffelten Abwehrbollwerk von Wanheim. Nach etwa 25 Minuten schloss Bhagi aus etwa 20 Metern aus leicht halbrechter Position aus vollem Lauf trocken ab, wie die Torfrau des Gegners dieses Geschoss aus dem Winkel fischte, grandios! Der Ball war eigentlich unhaltbar. 8 Minuten vor der Pause bekamen wir einen Freistoß aus gut gerne 35- 40 Metern zentral vor dem Tor zugesprochen. Sabine hämmerte den Ball direkt auf den Kasten, die gegnerische Torfrau konnte die scharf geschossene Kugel nicht kontrollieren und Sophie spritzte in den Abpraller zur Pausenführung. Zum Glück konnten wir noch vor der Pause die Windunterstützung zu unseren Gunsten dann doch nutzen.

Mit unverändertem Personal gingen wir in den zweiten Spielabschnitt, mussten uns nun gegen den Wind noch mehr darauf konzentrieren, den Ball am Boden zu halten. Nur 6 Minuten nach Wiederanpfiff konnten wir auf 2:0 erhöhen. Sabine eroberte hinten konsequent den Ball, spielte mit ihrem zweiten Assist einen sauberen Ball auf rechts und Michelle, die unwiderstehlich davon zog und eigentlich aus schon zu spitzem Winkel das Spielgerät über die Torfrau in den Winkel bugsierte. Es lief alles optimal. Nach einer Stunde bekam Sophie einen Schlag auf den Knöchel ab, konnte noch kurz weiterspielen, musste dann aber in der 68. Minute leider runter. Für sie kam Linda ins linke Mittelfeld, Gabi wechselte auf die Sechs zu Bhagi. Der Gegner gab leider nicht klein bei, wir mussten einige haarige Situationen überstehen und wussten, dass das bis zum Schluss eine enge Kiste werden würde. Nach vorne gelang uns wenig Entlastung, Caro wurde einmal schön frei gespielt, leider fehlte da die Geschwindigkeit und der Mut noch ein paar Schritte zu gehen, ein 3:0 wäre sicher die Vorentscheidung gewesen. Trotz der Drangperiode des Gegners fiel das 1:2 dann in der 82. Minute irgendwie aus dem Nichts, der Abschluss trudelte an den linken Pfosten und von dort ins Tor. Es sollten nun alle nach hinten arbeiten, eng stehen und den minimalen Vorsprung retten. Wir wechselten noch eine zusätzliche Defensivkraft mit Ramona für Caro ein, Michelle sollte ganz vorne noch versuchen mit ihrer Schnelligkeit was zu reißen. Leider kassierten wir dann zwei Minuten vor Schluss noch den Ausgleich, nachdem wir ordentlich unsortiert und schlafmützig waren.

Die Stimmung war nach dem Schlusspfiff auch in Kenntnis des Ergebnisses von RWE natürlich im Keller. An unserer Ausgangssituation hat sich aber nichts verändert. Wir müssen den Spielverlauf schnell aus den Köpfen bekommen, es gibt auch viele positive Dinge, die wir mitnehmen können: Wir haben uns gegen einen starken Gegner behauptet, habe 2:0 geführt, haben die Asche angenommen und gefightet. Großes Kompliment an alle, das war kein einfaches Spiel. Am kommenden Wochenende haben wir gegen Essen-West wieder ein Schlüsselspiel vor der Brust, wozu der Gegner in der Lage ist, haben wir im Pokal und RWE gestern gesehen.

Es heißt dranzubleiben, die eigenen Hausaufgaben zu machen und dann werden wir sehen, was am Ende dabei herauskommt.

 
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RE: Spielberichte Saison 2016/2017

#17 von Pillendreher04 , 13.03.2017 08:52

SUS Niederbonsfeld – TUS Essen-West 5:0 (1:0)

Mit dem auch in dieser Höhe verdienten Sieg gab die Mannschaft die richtige Antwort auf den Nackenschlag vom letzten Wochenende. In einem über die gesamte Spieldauer kampfbetonten Fight wurde über eine aggressive Grundeinstellung zum Spiel gefunden, das in Folge einer außerordentlich guten, geschlossenen Mannschaftsleistung eines der besten dieser Serie war. Wir konnten von Beginn an eine Antwort auf die unnötigen Punktverluste vom letzten Wochenende geben, indem wir die Trainingsinhalte der letzten Woche umsetzten: aggressives Verteidigen aller Mannschaftsteile auf engem Raum, entschlossene Zweikampfführung und nach Ballgewinn schnelles Umschalten nach vorne über die Außenpositionen.

Personell waren wir diesmal sogar überbesetzt, lediglich Linda fiel kurzfristig verletzungsbedingt aus. Wir begannen im gewohnten 3-5-2 mit Kimberly, Chrissie und Sammy in der Dreierkette vor Cora, im Mittelfeld begannen zentral wie immer Sabine, Sophie und Paulina, über außen wollten wir mit Gabi und Michelle körperliche Wucht und Schnelligkeit auf die Grundlinie einbringen, vorne fungierten Bhagi und Caro als Spitzen, die die Bälle sichern, verarbeiten und selbst gefährlich werden sollten.

Dass uns der Gegner in diesem Schlüsselspiel alles abverlangen würde, um nicht im dritten Aufeinandertreffen zum dritten Mal als Verlierer vom Platz zu gehen, war uns bewusst. Gegenüber dem Pokalspiel wollten wir gerade im zentralen Mittelfeld viel entschlossener zu Werke gehen, um rechtzeitig die Bälle zu erobern und die Angriffe des Gegners vom eigenen Kasten wegzuhalten. Schon in der Halbzeit waren deutliche körperliche Abnutzungserscheinungen bei nahezu jeder Spielerin zu erkennen. Wir kamen sehr konzentriert und hochmotiviert ins Spiel und konnten bereits nach 12 Minuten die frühe Führung erzielen, nachdem Bhagi einem Ball aus dem Mittelfeld energisch nachging, ihre Gegenspielerin locker abschüttelte und cool zum 1:0 vollendete. Hinten hatten wir die einzige Spitze des Gegners, deren Gefährlichkeit uns bekannt war, über weite Strecken dank des beherzten Einsatzes insbesondere von Chrissie, die aber von Kimberly und Sammy hervorragend unterstützt wurde, gut im Griff. Nach vorne konnten wir immer wieder Akzente setzen, Gabi kam über links einige Male bis auf Grundlinie, die Flanken waren dann aber zu ungenau. Caro und Bhagi haben sich vorne hervorragend angeboten, immer wieder die Bälle gefordert, gut abgeschirmt und weitergeleitet und zudem ein enormes Laufpensum gezeigt. So haben wir es geschafft, über weite Strecken ein ansehnliches Kombinationsspiel auch über die Außen aufzuziehen, Schlüssel hierzu waren gerade die vielen energischen Ballgewinne im zentralen Mittelfeld. Bhagi hätte nach einer tollen Einzelleistung noch vor der Pause das 2:0 nachlegen können, sie machte alles richtig, sicherte den Ball, zog zielstrebig von links in die Mitte, schloss beherzt ab, da fehlte nur ein knapper Meter. Gegen Ende der ersten Hälfte haben wir allerdings den defensiven Zugriff verloren, der Gegner kam zu einem Pfostentreffer durch die Nr. 10, da haben wir doch sehr um den Ausgleich gebettelt.

Nach der Pause ging es mit unverändertem Personal weiter, lediglich Sammy und Gabi wechselten die Positionen. Damit wollten wir hinten in der Kette noch mehr Wucht und Schnelligkeit reinbringen. Wir kamen nach den Zitterminuten vor dem Halbzeitpfiff wieder gesammelter ins Spiel und legten auch sofort wieder den Vorwärtsgang ein. Michelle kam nun auch über rechts zu einigen Durchbrüchen auf die Grundlinie, wodurch die Abwehr des Gegners aufgerissen wurde. Ein trockener 25 m-Kracher von Sabine, der einen Meter über das Tor strich, läutete die nächste Drangperiode ein. Nach gut einer Stunde brachten wir mit Lara für Bhagi, die wieder ein tolles Spiel machte, frischen Wind, Michelle wechselte zu Caro in die Spitze, Lara besetzte das rechte Mittelfeld. Hinten hatten wir eine weitere kniffelige Aktion zu überstehen, die Cora aber entschärfen konnte. Es war schon ein Spiel auf des Messers Schneide, in dem wir aber die Ruhe behielten und dann in den Minuten 68 und 69 mit einem Doppelschlag von Michelle und Paulina für die Vorentscheidung sorgen konnten. Zunächst erlief Michelle einen langen Ball kurz vor der gegnerischen Torfrau, umkurvte diese auf halblinks nach links, barch ab, zog die Kugel um eine Abwehrspielerin nach rechts und schob den Ball überlegt in die lange Ecke. Direkt nach Wiederanstoß zog Paulina über rechts davon und brachte den Ball aus spitzem Winkel im Kasten halbhoch unter. Dabei verletzte sich die Torfrau, die bei der Rettungsaktion gegen den Pfosten prallte, es folgte eine 5-minütige Unterbrechung. Gute Besserung auf diesem Wege! Danach hatte Caro ihr Tageswerk nach einer Topleistung vollbracht, für sie kam Laura und wechselte zu Chrissie in die Innenverteidigung, wir spielten fortan mit Viererkette, um den Vorsprung dieses Mal über die Zeit zu bringen. Michelle war vorne nun alleine unterwegs. Auch Leonie kam kurz darauf für Chrissie zu ein paar Spielminuten. In der 85. Minute konnten wir nach einer butterweichen Ecke von Sabine noch ein nicht minder schönes Kopfballtor von Sophie am langen Pfosten bestaunen, Michelle schnürte kurz vor Schluss noch einen Doppelpack mit ihrem zweiten Treffer, indem sie alleine vor des Gegners Kasten souverän blieb.

Das war heute über weite Strecken eine großartige Leistung, auch die Feingeister wie Paulina haben körperlich richtig dagegen gehalten. Das war auch notwendig, um die Anspiele in die Spitze des Gegners frühzeitig zu unterbinden. Unterm Strich bleibt die Weste zuhause blütenweiß, wir haben es geschafft zu Null zu spielen, haben vielfach eine tolle Spielverlagerung gezeigt, Zug zum Tor entwickelt und körperliche Robustheit an den Tag gelegt. Wenn das alles zusammen kommt, sind wir ein Gegner, auf den sich niemand freut und der dann in der Lage ist, jedes Spiel zu gewinnen.

Wir sind weiter ein unangenehmer Jäger und wollen nächste Woche bei Phoenix Essen nachlegen. In der Form von heute sollte uns der nächste Dreier gelingen, wir sind aber gewarnt, da Phoenix erst durch einen späten Elfmeter gegen RWE auf die Verliererstraße kam.

 
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RE: Spielberichte Saison 2016/2017

#18 von Pillendreher04 , 20.03.2017 09:43

Phoenix Essen – SUS Niederbonsfeld 3:3 (3:0)

Das war kein Spiel für schwache Nerven, eines in dem man in 90 Minuten um Jahre altert. Aufgrund des Spielverlaufs, einer deutlichen Steigerung im zweiten Abschnitt und einer tollen Moral, fühlt sich der Punkt eher wie ein Sieg, die Punktverluste aber wie eine Niederlage an.

Personell waren wir wieder überbesetzt, wollten das Spiel eigentlich mit der gleichen Formation vom letzten Wochenende beginnen, die entzündete Wunde von Paulina aus dem letzten Spiel machte uns aber leider einen Strich durch die Rechnung, immerhin reichte es als Option für die Bank, auf der auch zunächst Leonie und Ramona Platz nahmen. In der Dreierkette begannen wir unverändert, Bhagi rutschte aus der Spitze zu Sabine auf die Doppelsechs, Lara begann im rechten Mittelfeld, dafür rückte Michelle vorne neben Caro und Sophie startete auf der zentralen Position hinter den Spitzen. Dass das Spiel trotz der hohen Siege in der Hinrunde und im Pokal kein Selbstläufer werden würde, darauf haben wir in der Kabine deutlichst hingewiesen. Wir mussten bereit sein, zuerst den Kampf anzunehmen und danach unsere technischen Möglichkeiten auszuspielen.

Gegen den böigen Wind begann das Spiel denkbar schlecht, ein langer Ball bekam nach 5 Minuten reichlich Fahrt über links, wir waren unsortiert und nicht nah genug an den Gegenspielerinnen, die scharfe Hereingabe mit dem folgenden Abschluss konnte Cora noch parieren, gegen den Nachschuss aufs leere Gehäuse war sie allerdings machtlos. In der Folge gingen die Köpfe nicht nach unten, aber der Schock saß schon tief. Uns fehlte die Griffigkeit und die letzte Konsequenz im Spiel nach vorne, wir kamen zu Möglichkeiten, aber die Abschlüsse erfolgten aus zu großer Distanz und zu überhastet, frau hätte noch den ein oder anderen Meter Richtung Tor machen können. Von Beginn an war auch viel Gift im Spiel, Phoenix hat auf alles getreten, was nicht den Namen „Ball“ trug, das machte die Sache nicht einfacher. Letztlich fiel auch Sophie der überharten Gangart nach bereits 15 Minuten zum Opfer, sie quälte sich noch 10 Minuten mit einem Pferdekuss über den Platz, nach 32 Minuten war aber bereits Schluss und Paulina kam schon in Hälfte eins zum Einsatz. Noch vor dieser Auswechslung mussten wir das 0:2 einstecken, die Abwehrkette konnte das Chaos in der Rückwärtsbewegung und in unserem zentralen Mittelfeld nicht mehr ausbügeln und Phoenix traf mutterseelenallein vor dem Kasten. Paulina brachte direkt Schwung in den Laden, ging einige Male konsequent in den Strafraum, schloss aber zu schwach und unpräzise ab oder scheiterte an der glänzend parierenden Torhüterin. Auch Michelle und Caro hatten ihre Möglichkeiten, dabei kam aber ebenso wenig Zählbares heraus. Dass wir dann noch eine Minute vor der Pause das 0:3 schlucken mussten, passte ins Bild, auch das Tor an sich war mehr als vermeidbar, vom rechten Strafraumeck schlug der nicht hart geschossene Ball als Bogenlampe im kurzen Knick ein. Eine Halbzeit zum Vergessen !

In der Halbzeit war die Stimmung natürlich auf dem Tiefpunkt, wegen des frühen Wechsels waren wir bereits unserer offensiven Optionen beraubt. Es war jeder Spielerin klar, dass das ganz großer Mist war. Wir sind aber in der Halbzeitansprache dennoch betont ruhig geblieben, wollten in unveränderter taktischer Ausrichtung nochmal angreifen und haben darauf hingewiesen, dass auch wir in 45 Minuten mindestens noch drei Buden machen können, wenn das schon Phoenix hinbekommt. Es war klar, dass das Spiel noch giftiger werden würde, es kam also auf einen maximalen Willen und enorme Einsatzbereitschaft an.

Was die Truppe dann in der zweiten Hälfte auf den Platz brachte war schon phänomenal, zumal wir zunächst einen weiteren Wirkungstreffer einstecken mussten. Michelle zog über rechts unwiderstehlich in den 16er, wurde brutal umgesenst, alles andere als der Strafstoß wäre ein Witz gewesen. Elfmeter sind nicht unsere Spezialität, aber damit haben ja auch bestimmte Erstligisten ihre Probleme… Bhagi und Sophie sollten die Missgeschicke vom Punkt aus den vergangenen Spielen bzw. der Vorsaison ausbügeln und vergessen machen, Sophie war bereits raus, also blieb nur Bhagi übrig. Paulina wollte zwar schießen, aber Kompliment an Bhagi, die mit Abstand jüngste im Team, dass sie es dennoch versuchte, gerade in so einer verzwickten Spielsituation. Der Ball war flach, aber zu zentral geschossen, also kein Problem für die Torhüterin diesen zu entschärfen. Absolut kein Vorwurf, den nehm ich auch auf meine Kappe. Wer meinte, dass das der absolute Tiefschlag und Knockout gewesen sein sollte, musste sich in der Folge die Augen reiben. Wir brachten Leonie für Lara ins Spiel, sie besetzte die Position von Sammy, die ins rechte Mittelfeld rückte. Wir haben uns der Spielweise des Gegners mehr und mehr angenähert, waren sehr konsequent in der Zweikampfführung, gewannen so frühzeitig die Bälle und hatten danach die Ruhe und den Platz in gefährliche Situationen zu kommen. Ein Tsunami nach dem anderen rollte in Richtung Gästetor, ob über außen oder durch die Mitte, da war richtig Zug drin. Das 1:3 von Michelle in der 66. Minute war allerdings glücklich, als sie über rechts den Ball in den Sechzehner trieb, abschloss und die Torhüterin noch an den halbhoch geschossenen Ball kam. Trotz Parade hatte die Kugel eine entsprechende Wucht, sodass sie über die Keeperin in Richtung Kasten trudelte und nicht mehr vor der Linie geklärt werden konnte. Es war irgendwie symptomatisch, dass so ein Ball reingeht, die glasklaren aber nicht. Das war schon Verschwendung auf allerhöchstem Niveau, leider. Aber gerade deshalb war dieser Anschluss die Initialzündung für die letzten 25 Minuten. Es wurde sehr konzentriert und ruhig kombiniert, immer wieder wurden große Lücken in die Abwehr gerissen. In der 71. Minute gelang uns das 2:3 durch Bhagi, nachdem eine Ecke von Sabine nicht geklärt werden konnte, Bhagi fiel der Ball 8 Meter vor dem Kasten vor die Füße und sie hatte weniger Mühe, den Ball flach und überlegt zu versenken. Da waren noch 20 Minuten Zeit, wir waren wieder im Rennen. Leider wurden bis zur 85. Minute alles an Chancen liegen gelassen, sodass es nur noch zum Ausgleich durch Paulina langte. Mit etwas Pech bekommen wir kurz vor Schluss noch das 3:4 aus 40 Metern eingeschenkt, zum Glück tupfte der Ball übers Lattenkreuz.

Was wir im Spiel an Provokationen und Tritten einstecken mussten, das war alles andere als normal und hatte rein gar nichts mit Fußball zu tun. Unglaublich, dass Phoenix zu elft den Schlusspfiff erlebte. Michelle wurde sogar nach erfolgtem Pfiff des Schiedsrichters rücksichtslos umgemäht, nach dem Abpfiff musste Chrissie einen Tritt einstecken, da wäre die Situation fast eskaliert, zum Glück waren Jörg und Leonie schnell am Ort des Geschehens und konnten die Situation beruhigen. Am Ausgang des Spiels sind aber alleine wir Schuld, wir hatten Chancen für eine ganze Saison, aber unterm Strich auch nicht mehr als einen Punkt verdient. Das ist bitter, aber aus dem Spiel kann frau auch viel Positives mitnehmen und sollte einiges gelernt haben. Das sind Spiele, an denen frau wachsen kann.

Jetzt heißt es im wahrsten Sinne des Wortes Wunden lecken und am kommenden Sonntag gegen Leithe die weiße Weste zuhause zu wahren. Außerdem haben wir da ja noch etwas gerade zu biegen…

 
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RE: Spielberichte Saison 2016/2017

#19 von Pillendreher04 , 27.03.2017 08:58

SUS Niederbonsfeld – SV Leithe 4:1 (1:1)

Bei bestem Fußballwetter empfingen wir am 18. Spieltag den Gast und Tabellendritten aus Leithe und konnten nach einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel alle drei Punkte an der Kohlenstraße behalten und den Vorsprung auf Platz drei weiter ausbauen. Wir konnten wieder beweisen, dass wir zuhause eine verlustpunktfreie Macht sind, auch wenn der Sieg um ein bis zwei Tore zu deutlich ausfiel. Die Revanche für die Hinspielpleite, als wir das schlechteste Spiel dieser Runde ablieferten, ist damit vollauf gelungen.

Personell konnten wir zu unserer Freude wieder aus dem Vollem schöpfen, mussten leider erneut viele Spielerinnen aus dem 14er-Kader streichen, nachdem am Freitag sage und schreibe 20 Mädels beim Training waren. Ein hervorragendes Signal, noch schöner, wenn die gestrichenen Spielerinnen vollzählig zum Zuschauen kommen, das unterstreicht den sensationellen Mannschaftsgeist. Es werden alle Spielerinnen gebraucht, viele rücken immer näher an den Spieltagskader ran und werden sicherlich noch im Verlauf der Rückrunde zu ihren Einsatzzeiten kommen, wenn die Trainingsbeteiligung und der –einsatz weiterhin stimmt. Die Qualität kann in der Breite nicht groß genug sein. Im Vergleich zum letzten Spiel bei Phoenix Essen beriefen wir den identischen Kader mit dem Unterschied, dass alle drei Bankspielerinnen in die erste Elf rotierten. Leonie und Ramona hatten es sich verdient, mal wieder zu beginnen, klar, dass auch Paulina wieder von Anfang dabei war. Aus der Erfahrung des Hinspiels und des letzten Auftritts bei Phoenix, wo wir in der ersten Hälfte offen wie ein Scheunentor waren, weil aus dem Mittelfeld viel zu wenig nach hinten mitgemacht wurde, begannen wir diesmal mit einer Viererkette vor Cora, die aus Sammy, Leonie, Chrissie und Ramona bestand. Auch als Reaktion darauf, dass wir den Gast mit drei Spitzen erwarteten. Unterm Strich war das auch die richtige Entscheidung, denn der Gast startete mit einer geballten Offensive. Im Vierermittelfeld spielten von links nach rechts Gabi, Sophie, Sabine und Bhagi, davor als hängende Spitze Pauline und vorne drin Michelle. Auf der Bank saßen zunächst Kimberly, Lara und Caro.

Das Spiel war von Beginn an von vielen harten, aber keinen unfairen Zweikämpfen geprägt. Der gut leitende Schiedsrichter hatte das Spiel jederzeit im Griff, auch die verteilten Karten waren alle korrekt. Lediglich die ein oder andere Abseitsentscheidung zu unseren Ungunsten war zumindest umstritten. Wir waren im Gegensatz zum letzten Spiel direkt hellwach, kamen gut ins Spiel rein und gingen nach 13 Minuten durch einen direkt verwandelten Freistoß aus gut 20 Metern von Sabine in Führung. Wir haben es in der Folge leider nicht geschafft frühzeitig nachzulegen, weil wir viel zu oft ins Abseits rannten oder gut aufgelöste Spielsituationen durch schlampige, letzte Pässe versemmelten. Der Gast kam Richtung Halbzeitpfiff immer besser ins Spiel, war über die Spitzen und durch das zentrale Mittelfeld immer gefährlich. Es gab die ein oder andere Situation, wo wir es ausschließlich Cora zu verdanken hatten, dass wir weiter in Führung blieben, sie reagierte mehrfach glänzend, wo wir die Kugel bereits im eigenen Netz ahnten. Einen hervorragend über außen ausgespielten Angriff konnten wir durch Gabi, die toll frei gespielt wurde und alleine vor der Torhüterin aus 12 Metern zum Abschluss kam, nicht nutzen, weil der Abschluss zu unplatziert auf die Torhüterin kam. Bereits zuvor verstolperte Bhagi in aussichtsreicher Position im gegnerischen Strafraum eine weitere Großchance. So kam es dann leider wie es fast kommen musste, der Gast konnte zwei Minuten vor der Halbzeit eine eigentlich ungefährliche Situation, die wegen diverser Abstimmungsprobleme im hinteren Zentralbereich scharf wurde, zum Ausgleich nutzen. Unterm Strich war der Halbzeitstand von 1:1 eigentlich auch dem Spielverlauf entsprechend und gerecht.

In der Halbzeit mussten wir zunächst Sammys Schuh verarzten, der deutliche Auflösungserscheinungen zeigte, es konnte aber für sie weitergehen. Wir haben uns weiter vorgenommen, aggressiv die Zweikämpfe anzunehmen, diese zu gewinnen um dann die deutlich erkennbaren Schnelligkeitsdefizite des Gegners in der Abwehr durch ein verbessertes Pass- und Stellungsspiel in der Offensive auszunutzen. Wir waren gewarnt, dass das Spiel jederzeit kippen kann, wenn wir nur 10 % weniger Einsatz zeigen. Einzige Umstellung zur Halbzeit war zunächst der Positionswechsel von Michelle und Bhagi.

Wir haben den Fight sofort wieder angenommen. Nach 52 Minuten brachten wir Kimberly für Gabi, sie rückte hinten zu Leonie in die Zentrale, Chrissie sollte sich rechts um die schnelle Nr. 21 kümmern und hatte diese für den Rest des Spiels komplett im Griff. Sammy rückte für Gabi ins linke Mittelfeld. Bis zur 60. Minute hatten wir noch eine glasklare Chance von Paulina, die sie aber leider nicht nutzen konnte. Wir wollten natürlich gewinnen, weitere Punktverluste wollten und konnten wir uns nicht erlauben. Als wir gerade überlegten Caro als zweite Spitze zu bringen, Michelle wieder in die vorderste Front zu ziehen und auf Dreierabwehrkette umzustellen, konnten wir durch einen Doppelschlag von Sophie und Paulina das Ergebnis auf 3:1 zu unseren Gunsten ausbauen. Beide hatten wenig(er) Mühe aus kurzer Distanz zu vollenden. Caro kam dann in der 68. Minute für Bhagi zum Einsatz, bildete die einzige Spitze im sonst unveränderten System, kam sehr gut den Bällen entgegen und war in der Lage, diese zu behaupten und zu verteilen. Defensiv machten alle konsequent mit, sodass wir den letzten Minuten einigermaßen beruhigt entgegenschauen konnten. Nach 73 Minuten kam auch Lara für Michelle zu ihrem Einsatz im rechten Mittelfeld, Michelle hatte zuvor einen ordentlichen Schlag im Zweikampf einstecken müssen. Bereits eine Minute später sorgte Paulina mit ihrem zweiten Treffer für die Entscheidung. In den letzten Minuten war deutlich zu erkennen, dass wir weitere Tore erzielen wollten, hinten standen wir sehr konzentriert und eng bei den Leuten, sodass der Vorsprung nicht mehr in Gefahr geriet.

Am Ende war der 9. Sieg im neunten Heimspiel unter Dach und Fach, den wir zu einem Großteil auch einer hervorragenden Torhüterleistung von Cora zu verdanken haben. Wir haben nach Punkten mit RWE gleichgezogen, auch wenn RWE zwei Spiele weniger bestritten hat und normalerweise nun 6 Punkte vor uns steht. Wir wollen weiterhin lästig, hungrig sein und nicht klein beigeben. Am nächsten Sonntag fahren wir nach Frintrop und wollen auch dort wie in jedem Spiel gewinnen.

 
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RE: Spielberichte Saison 2016/2017

#20 von Pillendreher04 , 03.04.2017 09:13

Adler Frintrop – SUS Niederbonsfeld 0:12 (0:6)

Nach zuletzt zwei Unentschieden in der Fremde haben wir mit dem gestrigen Kantersieg auch auswärts wieder in die Spur gefunden. Die Tore erzielten Michelle (5, davon 4 hintereinander innerhalb von 26 Minuten, für den Hattrick brauchte sie lediglich zwölf Zeigerumdrehungen), Paulina (4) und Sammy, Gabi und Sophie trafen jeweils einfach. Das Spiel war mit dem 3:0 bereits nach 10 Minuten entschieden. Auf der einen Seite waren wir von Anfang an hellwach und maximal konzentriert, auf der anderen Seite machte es uns der personell arg geschwächte Gegner durch nicht vorhandenes Abwehrverhalten auch sehr einfach. Dann kommt unsere grandiose Offensivabteilung natürlich voll zur Entfaltung und ist nicht in ihrem Tatendrang zu stoppen. Am Ende hätte das Ergebnis auch noch wesentlich deutlicher ausfallen können, aber zwölf Tore muss frau auch erstmal schießen.

Wir begannen in einem 4-5-1 vor Cora, die wie die gesamte Abwehrreihe einen entspannten Nachmittag erlebte, mit der Einwechslung von Maddy stellten wir nach etwa einer Stunde auf unser 3-5-2 um, Sophie rückte zu Michelle in den Sturm. Am Spiel selbst gibt es keinerlei Kritikpunkte, der Ball lief mit freundlicher Unterstützung des Gegners toll durch die eigenen Reihen, im gegnerischen Strafraum brannte es durchgängig lichterloh.

Nette Begleiterscheinung aus diesem Spiel ist, dass wir in der Fairplaywertung wieder alleine auf dem Platz an der Sonne stehen und dass sich Michelle und Paulina mit ihren nun jeweils 20 Saisontreffern an die Spitze der Torjägerliste in der Bezirksliga gesetzt haben.

Wir können das Spiel und das Ergebnis schon richtig einordnen und wissen, dass es am kommenden Sonntag auf der heimischen Wiese gegen Oberlohberg ein ganz anderes Spiel werden wird und wir mindestens genauso wie gestern auftreten müssen, um auch das zehnte Meisterschaftsspiel in Folge zu Hause zu gewinnen.


 
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zuletzt bearbeitet 03.04.2017 | Top

RE: Spielberichte Saison 2016/2017

#21 von Pillendreher04 , 10.04.2017 12:54

SUS Niederbonsfeld – SGP Oberlohberg 7:1 (2:1)

Es waren keine 7 Minuten bei bestem Fußballwetter gespielt, da lagen wir bereits 0:1 im Rückstand. Dass es nach 90 Minuten zum deutlichen 10. Heimsieg im zehnten Meisterschaftsspiel langte, lag sicherlich auch daran, dass wir es bis zur Pause schafften, diesen Rückstand in eine 2:1-Führung zu drehen. Zunächst erzielte Paulina den schnellen und wichtigen Ausgleich nach toller Vorabeit von Michelle in der 12. Minute. In den folgenden 30. Minuten war das Spiel offen und ausgeglichen, die Leistung der Oberlohberger passte definitiv nicht zum Tabellenplatz. Beide Mannschaften hatten mit den hohen Temeperaturen zu kämpfen, da fiel es das ein oder andere Mal schwer den Rückwärtsgang zu finden. Es taten sich besonders in unseren Reihen große Lücken im Mittelfeld auf, die der Gast, der mutig mit drei Spitzen spielte, aber zum Glück nicht nutzen konnte. Eine Freistoßflanke aus dem Mittelkreis klatschte gegen unser Quergebälk, da war schon auch phasenweise Dusel unser bester Mitspieler. Je länger das Spiel aber dauerte, desto besser haben wir ins Spiel gefunden. Die Viererkette bekam immer mehr Zugriff, im Mittelfeld wurde sich besser bewegt und entschlossener dazwischen gegangen und die Angriffsmaschinerie kam dadurch immer zielgerichteter ins Rollen. Wir mussten allerdings bis zur 42. Minute warten, ehe Sabine mit einem ihrer unnachahmlichen Distanzschüsse nach einer zunächst abgewerten Ecke aus etwa 20 Metern traf. Der Ball schlug toll platziert im Dreieck ein. Diese Führung kam zur rechten Zeit, kurz danach war Pause, die beide Mannschaften gut gebrauchen konnten.

In der Pause haben wir die wieder einmal hervorragende Moral ins Zentrum der Ansprache gestellt. Es war wichtig bei diesen Wetterbdingungen mit einer Führung in den zweiten Abschnitt zu gehen, der Gegner musste nun was machen, wir wollten konzentriert verteidigen und dann entschlossen nachlegen, sobald sich die Situation ergeben sollte. Personell ging es unverändert weiter, lediglich Michelle und Bhagi tauschten ihre Positionen im rechten Mittelfeld und in vorderster Spitze.

Wir waren diesmal wacher als zu Spielbeginn und konnten unsererseits nach wiederum 7 Minuten für eine kleine Vorentscheidung sorgen, als Michelle mit ihrem ersten Treffer das 3:1 erzielte. Nach 62 Minuten war Bhagis Akku nach einer trainingsfreien Woche sichtlich leer, für sie kam Lara im rechten Mittelfeld zum Einsatz, Michelle wechselte wieder in die vorderste Front. Nach einem Doppelschlag zwischen der 64. und 67. Minute durch Sophie und Michelle war der Drops dann frühzeitig gelutscht. Bei einem Zwischenstand von 5:1 war die Moral des Gegners gebrochen. Links in der Viererkette kam danach Ramona für Leonie zu einigen Spielminuten. In den letzten 10 Minuten gelangen uns zwei weitere Treffer durch Michelle zum Dritten und Paulina zum Zweiten. Letztlich war es ein verdienter 7:1-Sieg, der auch noch deutlicher hätte ausfallen können, ja müssen, Sophie und Paulina vergaben noch freistehend und unbedrängt vor dem Kasten.

Die Meisterschaftsrunde legt nun über Ostern eine Pause ein, das nächste Meisterschaftsspiel steht für uns in zwei Wochen bei Concordia Oberhausen an.

Nächstes Wochenende sind wir am Ostersamstag dennoch im Einsatz, wir bestreiten um 13 Uhr beim SV Leithe das Halbfinale im Kreispokal. Wir werden top vorbereitet sein, haben in den letzten beiden Spielen 19 (!!!) Tore erzielt und auch vsl. wieder mehr Optionen im Kader als gestern. Wir wollen unbedingt ins Pokalfinale und das wollen wir am kommenden Samstag auch zeigen. Die Mädels hätten es auch definitiv verdient, wenn uns in Leithe deutlich mehr Zuschauer(innen) aus den eigenen Reihen unterstützen würden.


 
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zuletzt bearbeitet 16.04.2017 | Top

RE: Spielberichte Saison 2016/2017

#22 von Pillendreher04 , 16.04.2017 13:16

SV Leithe – SUS Niederbonsfeld 4:3 n.V. (2:2,3:3)

Im Halbfinale des Kreispokals mussten wir beim SV Leithe antreten und gingen dort nach viel zu vielen individuellen Fehlern und nach 120 Minuten als Verlierer vom Platz. Wenn frau dreimal führt, nahezu über die gesamte Spielzeit eine engagierte Leistung abruft, muss das eigentlich für den Einzug ins Endspiel reichen, zumal wir wieder einmal topbesetzt ins Spiel gehen konnten. Die Zeitpunkte der Gegentore 2-4 konnte schlechter nicht sein und die Art und Weise wie frau alle Gegentore einstecken muss, ist schon bedenklich. Unterm Strich müssen wir uns an die eigene Nase fassen, die Niederlage ist dann leider auch verdient.

Wir begannen mit einer Viererabwehrkette (Chrissie, Laura, Leonie und Gabi) vor Cora, die alleinige Spitze bildete Bhagi, im Mittelfeld starteten Sammy, Paulina, Sophie, Sabine und Michelle. Eigentlich kann so ein K.O.-Spiel auch nicht besser beginnen, Paulina erzielte bereits in der 5. Minute die Führung, nachdem sie diverse Gegenspielerinnen wie Slalomstangen stehen ließ und überlegt zum 1:0 verwandelte. Eine tolle Einzelleistung ! Wir hatten die Offensivabteilung des Gegners gut im Griff, es bedurfte des ersten haarsträubenden Fehlers, um dem Gegner den Ausgleich zu schenken. Ein langer Ball wurde in die Spitze geschlagen, den kann frau durchaus im 4 gegen 1 per Kopf zur Seite oder zur Torfrau klären, dann passiert garnichts. Den hoch springenden Ball mit dem Fuß nehmen zu wollen, ist die schlechteste Wahl gewesen – Ball verfehlt, Gegner festgehalten, Elfmeter, Ausgleich. Perfekt dann wieder die Antwort nur zwei Minuten später. Bhagi wurde aus dem Mittelfeld zentral angespielt, behauptete sich toll im Zweikampf, konnte sich drehen und drei Gegnerinnen abschütteln, wurde bedrängt und aus dem Gleichgewicht gebracht, konnte aber die Kugel mehr oder weniger im Fallen noch an der Torfrau vorbeilegen. Wieder ein toller Treffer, Ausdruck des totalen Willens. Es war wieder alles im Lot, bis uns zwei Minuten vor der Pause die nächste Slapstick-Einlage unterlief: Ein wieder einmal langer Ball des Gegners wird von Chrissie zu Cora zurück gespielt, die den harmlosen Ball der noch nicht einmal angreifenden, blank stehenden Stürmerin auf den Schlappen legt, 2:2-Pausenstand.

In der Halbzeit ist man dann total sprachlos, zumal uns die Spielweise des Gegners nicht unbekannt war. Wir haben das Spiel kontrolliert, nahezu alles richtig gemacht, sogar gute Spielzüge gezeigt, wenige Chancen gehabt, aber die, die wir hatten, haben wir genutzt. Wir wollten uns zur zweiten Hälfte am Riemen reißen, uns nicht runterziehen lassen und wieder von vorne beginnen.

Mit unverändertem Personal gings weiter, wir waren auch sofort wieder auf Sendung, ohne dass wir es schafften, direkt Torgefahr zu erzeugen. Das Spiel war ein typisches Pokalspiel, beide Mannschaften lauerten auf den Fehler der anderen, es wurde auf beiden Seiten gefightet und viel investiert. In der 68. Minute konnten wir dann das dritte Mal in Führung gehen. Michelle erhielt an der rechten Außenlinie klebend den Ball von Paulina und machte sich mit der Kugel auf die Reise, war nicht aufzuhalten, zog in den Strafraum, legte den Ball scharf auf den zweiten Pfosten, wo Geburtstagskind Sammy nur noch den Fuß hinhalten musste. Wieder war alles schick – bis zur 86. Minute. Bereits zuvor nahmen wir den ersten Wechsel vor, Bhagi war mit ihrer Kraft am Ende, hatte weite Wege in den Knochen, hat wieder als jüngste im Kader ein tolles Spiel gemacht, sich super allein in vorderster Front behauptet, viele Bälle gehalten und zur Mitspielerin gebracht. Lara übernahm die Position von Michelle im rechten Mittelfeld, Michelle ging in die Spitze. Von links wurde vier Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit ein Ball in unseren Strafraum geschlagen, wir waren eigentlich in der Überzahl, dennoch kam der Ball zum Gegner, erneuter Ausgleich, Verlängerung. Umso bitterer, weil Michelle eine tolle Chance zum 4:2 kurz vor dem Ausgleich liegen ließ, der viel zu stramm geschossene Ball klatschte aus halbrechter Position auf die Latte.

Machst du die eigenen Chancen nicht, macht sie der Gegner, so läuft das meist generell und in den wichtigen Spielen halt leider viel zu oft bei und speziell gegen uns. Es war klar, dass der erste Fehler in der Verlängerung auch der entscheidende sein könnte, beide Mannschaften gingen immer mehr auf dem Zahnfleisch, wobei wir noch den fitteren Eindruck machten. Leider konnten wir in der ersten Hälfte der Verlängerung keine klaren Bälle mehr in die Spitze bringen, es fehlte immer am letzten Pass bzw. an der letzten Entschlossenheit. In der Pause zur zweiten Hälfte der Verlängerung wurde nochmals deutlich angesprochen, dass wir höllisch aufpassen müssen, dass wir uns nicht von den blind die Spitze gespielten Bällen des Gegners überraschen lassen dürfen. Leider brach uns dann zwei Minuten vor dem Elfmeterschießen genau solch ein Ball das Genick, wieder waren wir hinten in der Überzahl, wieder konnten wir den Gegentreffer nicht verhindern. Auch kurz vor diesem Gegentreffer hätten wir zum vierten Mal in Führung gehen können, als Paulina der Abwehrkette des Gegners entwischte, den Ball freistehend vor der Torfrau über diese hinweg hob, aber auch neben den Kasten zielte.

Unterm Strich können wir niemandem einen Vorwurf machen, jede Spielerin hat sich voll reingehängt, man hat gespürt, dass wir mit aller Macht ins Endspiel wollten. Leider haben wir uns selbst geschlagen...

Am kommenden Sonntag geht’s in der Meisterschaft bei Concordia Oberhausen weiter.


 
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zuletzt bearbeitet 16.04.2017 | Top

RE: Spielberichte Saison 2016/2017

#23 von Pillendreher04 , 24.04.2017 09:38

Concordia Oberhausen – SUS Niederbonsfeld 0:4 (0:0)

Nach der mehr als unglücklichen Niederlage im Pokalhalbfinale am letzten Wochenende haben wir in der Meisterschaft mit einem am Ende deutlichen 4:0-Sieg bei Concordia Oberhausen rechtzeitig vor dem Spitzenspiel gegen RWE wieder ein Erfolgserlebnis feiern und in die Spur zurück finden können. Damit ist der zweite Tabellenplatz bereits 5 Spieltage vor Abschluss der Saison sicher. Dass die Aufgabe beim Tabellensechsten kein Selbstläufer werden würde war uns vorher klar, es hieß die erheblichen Konzentrationsmängel aus der Vorwoche abzustellen und über eine positive Grundeinstellung zum Spiel zu finden. Auf der Bank hatten wir mit Lara, Caro und Rabea durchweg offensive Optionen, die mit Beginn der zweiten Hälfte zum Tragen kamen und mitentscheidend für den Sieg waren. Wir begannen mit einer Viererkette und Leonie und Ramona um die zentralen Laura und Chrissie, das Mittelfeld und die Sturmspitze blieben gegenüber dem Leithe-Spiel unverändert.

In der ersten Hälfte taten wir uns gegen einen kompakt stehenden Gegner äußerst schwer, wir waren fahrig in der Zweikampfführung, spielten viele schlampige Bälle und wenn wir mal durchkamen waren die Abschlüsse einfach schwach und zu überhastet. Wir hätten uns auch nicht beschweren können, wenn wir in Rückstand geraten wären. Insgesamt war es in der ersten Hälfte von allem viel zu wenig, es gab so gut wie keine Highlights.

Mit Beginn der zweiten Hälfte änderten wir unsere Grundordnung auf ein 3-5-2, wollten deutlich offensiver auftreten, weil uns „in unserer Situation“ nur noch Siege helfen. Caro kam für Ramona ins Spiel und gesellte sich neben Bhagi in die Sturmspitze. Offensichtlich zeigte die „Kabinenpredigt“ sofort Wirkung, mit Wiederbeginn zeigte die Mannschaft ein ganz anderes, ihr wahres Gesicht. Das Positionsspiel war deutlich besser, jede einzelne hielt sich an ihre zugeteilte Aufgabe. Plötzlich lief der Ball auch über die Außenpositionen, die konsequent gehalten wurden, Bhagi und Caro waren gut im Spiel, rissen immer wieder Lücken, sodass aus dem Mittelfeld in die gefährlichen Zonen nachgerückt werden konnte. Es dauerte allerdings bis zur 61. Minute, als Bhagi zur wichtigen 1:0-Führung traf. Das gab uns weitere Sicherheit, mit zunehmendem Spielverlauf baute der Gegner auch konditionell deutlich ab, konnte sich gegen unseren einsetzenden Sturmlauf nicht mehr entscheidend wehren und wurde in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Gut herausgespielte Einschussmöglichkeiten, insbesondere von Paulina, wurden durch die außerordentlich gute Keeperin des Gegners entschärft. Hinten wurden wir kaum mehr beschäftigt, hatten alles unter Kontrolle. In der 71. Minute wechselten wir Lara für Leonie ein, Michelle ging in die Spitze zu Caro, Bhagi wechselte in die Dreierkette zu Laura und Chrissie. Lara kam mit ihrer Ruhe am Ball über rechts sofort gut rein, hatte viele Szenen, ging konsequent über rechts die Linie lang, hatte auch Pech bei einem eigenen Abschluss, der von der gegnerischen Torhüterin toll entschärft wurde. In der 75. Minute klingelte es dann endlich erneut in des Gegners Kasten, eine hervorragend geschossene Ecke von Michelle auf den kurzen Pfosten konnte Sophie unter Bedrängnis aus vollem Lauf einnicken. Damit war die Messe eigentlich gelesen, aber wir haben in der Vergangenheit ja schon einiges erlebt, Wanheim lässt grüßen, die Mädels machten das einzig richtige und spielten weiter auf die nächsten Tore, ließen den Gegner nicht zur Entfaltung kommen. Das 3:0 durch Michelle in der 81. Minute ein Tor des Monats, der Ball wurde am 16er zurück gelegt, knallhart geschossen und furztrocken landete die Kugel genau im Knick, hier war die Torfrau chancenlos. Danach war für Michelle Feierabend, für sie kam Rabea zu ihrem ersten Pflichtspieleinsatz , war sofort mittendrin und hatte auch einige gute Szenen in vorderster Front. In der 85. Minute konnte Sophie mit ihrem zweiten Tor noch einen draufsetzen und zeigte damit auch endlich mal ihre offensiven Qualitäten. Defensiv und läuferisch immer erste Klasse, aber nach vorne ist da deutlich mehr Mut und Zutrauen gefragt, um Paulina zentral zu unterstützen, heute war es in dieser Hinsicht ein erstes richtiges Ausrufezeichen.
Aus einer an sich geschlossenen Mannschaftsleistung ragte Sammy auf links noch etwas heraus, war viel unterwegs, bissig im Zweikampf und ist jedem noch so aussichtslosen Ball hinterher gestiegen.

Am kommenden Sonntag steht das lang erwartete Spitzenspiel auf unserer Wiese um 11 Uhr gegen RWE an. Wir sind gut drauf, haben personell keine Probleme und wollen versuchen, dem Tabellenführer die erste Niederlage beizufügen. Wir hoffen auf zahlreiche Zuschauer, die die Mädels zusätzlich pushen und lautstark unterstützen. Verdient haben sie es nach der bisher grandiosen Saison allemal!

 
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RE: Spielberichte Saison 2016/2017

#24 von Pillendreher04 , 01.05.2017 11:19

SUS Niederbonsfeld – RW Essen 4:2 (1:1)

Bestes Fußballwetter und eine tolle Zuschauerkulisse – es war angerichtet für das lang erwartete Spitzenspiel. Das Spiel selbst hielt von Anfang an und über die gesamte Spieldauer das, was man sich davon versprochen hatte. Nach dem erhofften, aber nicht erwarteten 4:2-Sieg unserer Mädels gingen die Zuschauer mit Sicherheit hochzufrieden nach Hause, sie hatten ein Spiel gesehen, das sicher mehr als Bezirksliganiveau hatte.

Wir konnten personell in Bestbesetzung antreten und wollten von Anfang an das auf den Platz bringen, was wir uns in der Woche im Training erarbeitet hatten: sicheres Aufbauspiel aus einer dicht gestaffelten Abwehrformation, schnelle Ballverlagrung auf die Außen, mit Volldampf Richtung Grundlinie und dann effektiv zum Abschluss kommen. Jeder einzelnen war die eigene Aufgabe klar und wir haben es über die komplette Spielzeit hinbekommen, unser Konzept voll durchzuziehen. Größtes Kompliment für diese hochkonzentrierte Leistung vorab !

Wir begannen in einem 4-5-1 mit Bhageshree, Laura, Chrissie und Gabi vor Cora, in der Spitze agierte Michelle, sie sollte aus dem Mittelfeld von Lara und Sammy über außen sowie aus der Zentrale vom berühmt berüchtigten Trio um Sabine, Paulina und Sophie gefüttert werden.
Auf der Bank saßen zunächst Kimberly, Ramona W, Caro, Maddy und Leonie.

Das Spiel nahm nach einer kurzen Abtastphase schnell Fahrt auf, war geprägt von rassigen Zweikämpfen im Mittelfeld, jeder Ball war hart umkämpft. Wir bekamen leichtes Oberwasser und konnten uns die ersten richtig guten Torchancen erarbeiten, leider fehlte der erfolgreiche Abschluss. Hinten hatten Bhagi und Gabi die gefährlichen Außenstürmerinnen voll im Sack, schon nach 15 Minuten wechselten sie entnervt die Seiten, aber auch die neuen Gegenspielerinnen ließen sie nicht zur Entfaltung kommen, waren fast immer eher am Ball und schirmten diesen sehr körperbetont ab. Gleiches schafften Laura und Chrissie in der Mitte, sodass die Anspielpositionen so gut wie aus dem Spiel genommen waren. Wie aus dem Nichts ging RWE dann in der 25.Minute in Führung, ein Tor, das mehr dem Zufall als einer gezielten Aktion entsprang. Ein harmloser Ball prallte in den Lauf der gegenerischen Spielerin, die noch Cora umkurven und vollstrecken konnte. Unsere Mannschaft zeigte aber die richtige Reaktion, ließ sich davon nicht runterziehen und spielte weiter munter nach vorne. In der 34. Minute wurde unser hoher Aufwand endlich belohnt als Paulina ausgleichen konnte. Mit einem 1:1 ging es in die Halbzeitpause. Unsere Mädels haben nahezu alles richtig gemacht, einziger Kritikpunkt war mal wieder die mangelnde Chancenverwertung, vor dem RWE-Treffer hätte es schon locker 3:0 für uns stehen können, ja fast müssen.

In unveränderter Ausrichtung wollten wir die zweite Hälfte genauso gestalten wie die erste, aber die Angriffe deutlich besser zuende spielen, sprich Treffer erzielen. Gleichzeitig wollten wir die Ruhe bewahren, weiterhin aufopferungsvoll kämpfen und mannschaftlich geschlossen verteidigen. Das bekam die Mannschaft von Beginn an wieder voll umgesetzt, wir waren gleich wieder im Vorwärtsgang und setzten RWE unter Druck. Die Hintermannschaft des Gastes war nicht ansatzweise so gut disponiert wie wir, hatte diverse Aussetzer und Stellungsfehler, den nächsten konnten wir in der 58. Minute endlich zur Führung durch Sammy nutzen, die sich am Fünfmeterraum in Position lief, einen Querpass aufnahm, sich im Gewühl durchsetzte und überlegt einschoss. Auf den gut besetzten Rängen erreichte die Stimmung ihren vorläufigen Höhepunkt, die Mädels wurden toll unterstützt. Uns gab die erneute Führung natürlich Auftrieb, erstaunlicherweise baute der Gast konditionell deutlich ab, während wir die zweite und dritte Luft unter die Flügel bekamen. Die Tore zum 3:1 von Michelle nach einer enormen Einzel- und Willensleistung in Minute 67 und in der 80. Minute zum 4:1 von Sophie, wieder per Kopf nach einem klasse Eckball, fielen fast zwangsläufig. Damit war die Messe natürlich gelesen. In den letzten zehn Minuten kamen Caro, Leonie und Ramona für Sammy, Sophie und Michelle zum Einsatz. Dass dann noch das 2:4 in der 84. Minute nach einer Ecke und einem Kopfball fiel – geschenkt.

Unterm Strich ein hochverdienter Sieg, mit dem wir dem Tabellenführer endlich die erste Saisonniederlage beigefügt haben und nicht ertragen mussten, dass sie auf unserer Anlage vorzeitig die Meisterschaft feiern konnten. Wir haben den Gegner mit einem mutigen und beherzten Auftritt klar dominiert und ihn kaum zur Entfaltung kommen lassen. Ein Gegner kann auch nur so gut sein wie man ihn lässt – wir haben ihn nur ganz selten gelassen und unsere blütenweiße Weste auf der heimischen Wiese behalten.

Nochmals ein großes Kompliment an alle für den riesigen Einsatz und die kräfteraubenden Laufwege, insbesondere auch an alle, die in erster Linie für die Drecksarbeit zuständig sind, sprich die Viererkette mit Sabine davor, deren Arbeit war die Grundlage dafür, dass unsere Offensivkräfte wie gewohnt zur Entfaltung kommen und durch Torerfolge glänzen konnten. Auch Cora präsentierte sich wieder stark, parierte ein, zwei Bälle wirklich grandios und gab der Defensive ein gutes Gefühl.

Vielen Dank auch an alle Helfer beim Verkauf und an die Zuschauer für die tolle Unterstützung, die sich die Mädels aufgrund der Leistungen im bisherigen Saisonverlauf absolut verdient hatten, die sie aber sicherlich auch beflügelt hat. Heute hat einfach alles gepasst !

Am kommenden Sonntag geht es für uns in Heißen mit dem drittletzten Meisterschaftsspiel weiter. Wir wollen weiter lästig sein und glauben nach diesem Erfolg mehr denn je an unsere Chance, auch wenn sie gering (aber zumindest nicht kleiner geworden) ist.


 
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zuletzt bearbeitet 01.05.2017 | Top

RE: Spielberichte Saison 2016/2017

#25 von Pillendreher04 , 07.05.2017 20:23

SV Heißen II – SUS Niederbonsfeld 1:5 (1:2)

Unser primäres Ziel, nach Punkten zum spielfreien RWE aufzuschließen, haben wir hinten raus souverän erreicht, das zweite, etwas fürs Torverhältnis zu tun nur bedingt. Da wir aber eine komplette Halbzeit in Unterzahl bestreiten mussten und in diesem Zeitraum noch drei Tore erzielen konnten, eine durchaus bemerkenswerte Leistung.

In einer nahezu unveränderten Anfangsformation (nur Leonie ersetzte die fehlende Chrissie) und einer leicht veränderten taktischen Ausrichtung im 3-5-2 (Bhagi war die zweite Spitze neben Michelle) gingen wir die schwere Aufgabe beim abstiegsbedrohten Gastgeber in Mülheim leider zu pomadig an. Heißen war aggressiv, wie es der Abstiegskampf zunächst erfordert, wir waren wohl zu beeindruckt, kamen nicht in die Zweikämpfe, gingen meist dem Ball nicht entgegen, sondern warteten auf ihn. Wirklich gefährlich wurde der Gastgeber zwar nicht, aber wir kamen nicht ins Spiel. Das 0:1 in der 18. Minute fiel fast zwangsläufig durch einen Weitschuss, wo wir zu weit weg standen und die Füße nicht vor den Ball bekamen. Auch bis zur 30. Minute wurde unser Spiel nicht besser, wir hatten zwar einige aussichtsreiche Spielsituationen, aber entweder gerieten die Pässe in die Spitze einen Ticken zu steil oder die beiden Freistöße von Sabine und Sophie waren nicht präzise genug. In der 37. Minute konnten wir dann aber zunächst unser Elfmeterdilemma hinter uns lassen. Michelle wurde im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht, nachdem sie den Ball toll unter Kontrolle bringen und abschirmen konnte. Paulina verwandelte platziert halbhoch. Nun ging ein Ruck durch die Truppe, bereits vier Minuten später roch Sabine den Abspielfehler im Spielaufbau, gewann den Zweikampf zwanzig Meter vor dem Tor und netzte souverän ein. Mit dieser Führung vor dem Halbzeitpfiff war nicht unbedingt zu rechnen, sie kam aber für uns zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt.

In der Halbzeit haben wir die Defizite klar angesprochen, wir wollten endlich den Kampf annehmen und möglichst schnell noch ein Tor mit unverändertem Personal nachlegen.

Mit der roten Karte in der 47. Minute begann die zweite Hälfte allerdings denkbar schlecht. Nur Michelle runter zu stellen war eine der vielen nicht besonders glücklichen Entscheidungen des Schiedsrichters, ihre Gegenspielerin hätte auch zum Duschen gemusst, nachdem sie Michelle erst festhielt und nach Michelles Befreiungsaktion den Ellenbogen in ihrem Gesicht parkte. Den folgenden Schubser nur einseitig zu bewerten, war sicher falsch. Dadurch rückte die Truppe aber noch enger zusammen, Bhagi rackerte nun alleine in vorderster Front. Bereits in der 50. Minute gab Paulina mit ihrem zweiten Tagestreffer die sportliche und vorentscheidende Antwort. Wir standen fortan sehr gut, ließen im zweiten Abschnitt nahezu keine Torannäherung des Gegners zu, konnten unser Spiel immer besser aufziehen, kamen einige Male schön und überlegt über außen durch und konnten in den Minuten 61 und 80 durch Bhagi und Paulina zum Dritten noch zwei Treffer nachlegen. Wer nicht nachgezählt hat, konnte nicht erkennen, dass wir nur noch zu zehnt unterwegs waren, man hatte eher den Eindruck, wir hätten zwei Spielerinnen mehr auf dem Platz, Kompliment hierfür. Caro für Bhagi, Maddy für Lara und Ramona für Leonie kamen auch noch zu etwas Spielzeit. Das Spiel beendeten wir nach den Auswechslungen zu neunt, da Sophie verletzungsbedingt nach 85 Minuten passen musste.

Unter den Umständen können wir mit dem Sieg und der Art und Weise wie wir den Vorsprung im zweiten Spielabschnitt ausgebaut haben, voll zufrieden sein, leider haben wir die erste halbe Stunde total verschenkt. Am nächsten Wochenende haben wir in der Meisterschaft spielfrei, werden aber ein Testspiel bestreiten und gespannt nach Duisburg schauen, wo RWE unserem nächsten Gegner gegenüber steht.

 
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RE: Spielberichte Saison 2016/2017

#26 von Pillendreher04 , 15.05.2017 11:49

SUS Niederbonsfeld – Linner SV 2:1 (1:1) Freundschaftsspiel

Das in der Meisterschaft spielfreie Wochenende haben wir mit einem Testspiel gegen den ebenfalls spielfreien Linner SV, die am letzten Wochenende den Aufstieg in Landesliga perfekt gemacht haben, gefüllt. Wir wollten gegen einen starken Gegner im Rhythmus bleiben und Spielerinnen, die in der Vergangenheit wenig bis gar nicht gespielt hatten, Spielpraxis verordnen.

Mit Laura (die eigentlich wie Sabine, Sophie, Bhagi und einigen anderen mal eine Pause gebraucht hätte, aber trotz leichter Probleme doch dabei war, vielen Dank dafür, gelebter Teamgeist par excellence) und Chrissie (sie startete von der Wahlurne im Verlauf des Spiels auf den Platz durch) hatten wir einen 13-Frau-Kader zur Verfügung. Dazu gehörten mit Teresa und Ramona H auch zwei Spielerinnen, die in dieser Saison studiumsbedingt noch gar nicht bzw. nur in der Hinrunde dabei waren. Von beiden konnten wir natürlich mangels Training keine Wunderdinge erwarten. Was dabei herauskam war dennoch erstaunlich, Teresa spielte zunächst mit Bhagi, später mit Sammy auf der Doppelsechs, so als wär sie immer dabei gewesen, stark im Zweikampf und in der Spieleröffnung mit einfachen und deshalb guten Bällen. Ramona (zunächst in der Viererkette rechts, später zentral) kniete sich voll rein, hatte in der ersten Hälfte mit der Nr. 9 des Gegners (34 Meisterschaftstreffer!) direkt ein Brett vor sich, bis auf ein, zwei Wackler, die gegen eine so schnelle und durchsetzungsstarke Spielerin auch nicht so einfach zu verhindern sind (Chrissie konnte in Hälfte zwei ebenfalls ein Lied davon singen), machte sie ihre Sache hervorragend, allein die Blutgrätsche, mit der sie kurz vor Schluss den Ball von der Linie kratzte, war schon den Einsatz wert.

In Abwesenheit der gesperrten Michelle und den fehlenden Sabine und Sophie, die zusammen in der Meisterschaft 45 Buden markierten, hatten wir offensiv formal erhebliche Probleme. Für Michelle begann Caro vorne drin, im Mittelfeld führte Paulina wie eh und je Regie als 10er, über außen starteten Maddy und Lara. Die Viererkette vor Cora wurde zum Anpfiff von Laura und Kimberly zentral und Gabi auf links komplettiert. Sammy saß zunächst draußen, kam aber relativ bald für Laura zum Einsatz.

Von Beginn an entwickelte sich ein über fast die gesamte Spielzeit gut- bis hochklassiges Spiel, in der beide Mannschaften ihre Ambitionen unter Beweis stellen konnten und zeigten, warum sie in ihren Bezirksligen ganz oben dabei sind. Wir kamen mehr als ordentlich ins Spiel und konnten bereits nach 5 Minuten durch Lara (die über 90 Minuten ein grandioses Spiel machte) in Führung gehen. Sie zog nach einem tollen Seitenwechsel von Paulina in den Strafraum, konnte den Ball unter Bedrängnis nach innen ziehen und aus 12 Metern von halbrechts mit links über die Torfrau vollenden. In der Folge machten wir den etwas wacheren Eindruck, hatten weiter gute Szenen, aber Pech im Abschluss oder es fehlte der letzte Punch. Mit der ersten gefährlichen Szene kam der Gast in der 12. Minute zum Ausgleich, als eben die Nr. 9 auf links entwischte, den Ball querlegte und die folgende Aufgabe, die Kugel zu versenken, nicht wirklich unlösbar war. Der Gast war nun besser im Spiel, obwohl wir weiterhin gefühlt die größeren Spielanteile hatten. Toll, wie Bhagi und Teresa die Räume zentral eng machten, immer wieder ihre Zweikämpfe gewannen, um danach die Kugel noch klar auf Maddy, Paulina und Lara zu bringen. Hinten waren wir sehr aufmerksam, vorne hatte Caro gegen eine starke Innenverteidigung keinen einfachen Stand.

In der Halbzeit stellten wir hinten etwas um, Chrissie bekam auf rechts die Nr. 9 zugeteilt, zentral spielten Laura und Gabi, die mit ihrer Wucht und Schnelligkeit die Brände löschen sollte, links spielte Kimberly, Ramona bekam eine kurze Pause. Sammy gab auf der Doppelsechs mit Teresa eine gute Figur ab, Bhagi wechselte in die vorderste Front für Caro, die verletzungsbedingt fortan nicht mehr dabei sein konnte.

Auch die zweite Hälfte war offen, wobei der Gast mit zunehmender Spieldauer trotz nicht vorhandener Wechseloptionen immer mehr aufs Gaspedal trat und zu einem Chancenübergewicht kam. Ganz große Klasse wie Cora ihren Kasten bis zum Schluss sauber hielt, sicher war das ein oder andere Mal auch Glück dabei, weil der Gegner vertändelte oder zu ungenau abschloss, aber das, was aufs Tor kam, war komplett ihre Beute, auch im Eins gegen Eins entschärfte sie jede Situation. Dass wir in der 76. Minute noch den 2:1-Siegtreffer durch Bhagi (schon erstaunlich, wie sie sich gegen mehrere und 10 Jahre ältere Gegenspielerinnen zu behaupten und in Szene zu setzen weiß) erzielen konnten, war glücklich, aber erarbeitet und erzwungen. Die erste Aktion konnte die Keeperin noch parieren, aber nicht die zweite Einschussgelegenheit verhindern, die Bhagi dann eiskalt nutzte. Ramona kam im Verlauf der zweiten Hälfte für die angeschlagene Laura ins Spiel, wir konnten nicht mehr durchwechseln, zum Schluss merkte man schon den kräftemäßigen Substanzverlust.

Bemerkenswert, wie sich alle ins Zeug gelegt haben, der Test hat sein Ziel voll erfüllt, wir wissen (spätestens jetzt), dass wir auch ohne eine Vielzahl von „Stammspielerinnen“ sehr gut und flexibel aufgestellt sind. Eine wichtige und beruhigende Erkenntnis vor den letzten drei schweren Pflichtspielen, die wegen der Sperre von Michelle und anderen Ausfällen nicht einfach werden. Vielen Dank an den Gast für das faire Spiel und die Bereitschaft zu uns zu kommen!

Durch das Remis von RWE in der Meisterschaft in Duisburg-Rahm, unserem nächsten Gegner am kommenden Sonntag, beträgt der Rückstand auf die Spitze nur noch einen Punkt, wir sind noch mehr im Rennen als zuvor. Das sollte Motivation genug sein, auch in dieser Woche alles im Training zu geben und am nächsten Sonntag auch das letzte Heimspiel dieser Runde hochkonzentriert anzugehen und verlustpunktfrei zu gestalten.

Es wäre schön, wenn wir spätestens um 13:00 Uhr wieder eine ähnliche Kulisse und annähernd identische Rahmenbedingungen wie beim Sieg gegen RWE vor drei Wochen hätten. Wir sollten gemeinsam alles geben und bis zuletzt unseren Glauben nicht verlieren! Da geht noch was !

 
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RE: Spielberichte Saison 2016/2017

#27 von Pillendreher04 , 22.05.2017 10:14

SUS Niederbonsfeld – TS Rahm 3:0 (2:0)

Nach dem verdienten 3:0-Sieg im letzten Meisterschafts-Heimspiel dieser Runde haben wir schon einmal zwei Zwischenziele erreicht: Wir haben alle 12 Heimspiele gewonnen und die Grundlage für den Showdown am letzten Spieltag geschaffen!

Im Vergleich zum Testspiel vom letzten Sonntag brachen uns verletzungs-, urlaubs- und berufsbedingt einige Alternativen bezüglich der Kaderzusammenstellung weg, letztlich bekamen wir mit Unterstützung von Rabea und Marie dennoch 14 Spielerinnen zusammen. Neben den beiden nahm zunächst auch Maddy auf der Bank Platz. In Mittelfeld und Angriff hatten wir trotz der Ausfälle von Michelle und Caro weniger Probleme, die Viererabwehrkette vor Cora mussten wir mit Kimberly, Gabi, Laura und Ramona W nicht ungewohnt, aber doch wieder neu besetzen. Sorgen bereitete uns das nicht, wir wissen ja, dass wir sehr flexibel reagieren können.

Bei bestem Fußballwetter und einer wiederum tollen Kulisse wollten wir nicht so schläfrig beginnen wie in Heißen. Weil die Truppe von Beginn an da war, kamen wir auch sofort ins Spiel rein. Der vorangegangene Sieg von RWE sollte uns nicht beeinflussen, wir wollten weiter erst einmal unsere Hausaufgaben erledigen. Es entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel, in dem wir in Halbzeit eins optisch tonangebend waren und uns direkt gute Abschlussmöglichkeiten erspielten. Wir standen hinten recht sicher, konnten den Ball ordentlich von hinten raus laufen lassen und so das Spiel ankurbeln. Im Mittelfeld wurden die Zweikämpfe resolut angenommen, die Spielverlagerung auf die Außenpositionen klappt immer besser, wir hatten einen deutlich erkennbaren Zug zum Tor. Es dauerte dann doch bis zur 35. Minute bis Paulina mit ihrem 27. Saisontreffer das 1:0 erzielen konnte. Zuvor hatte sie mehrmals Pech, ließ sich aber davon nicht beeindrucken und krönte bereits den enormen Aufwand mit einer tollen Einzelleistung und einem satten Schuss von der Strafraumkante. Sophie und Bhagi schufen mit überlegten Laufwegen entsprechend Platz, sodass sie mehr oder weniger ungehindert abschließen konnte. Wir kamen das ein oder andere Mal bis auf die Grundlinie durch, nach Hereingaben von Sammy und Lara fehlte dann aber der Knipser im Fünfmeterraum oder der letzte Schritt. Wir hatten auch ein, zwei haarige Situationen zu überstehen, entweder rettete uns der Querbalken oder Cora war auf ihrem Posten. Dass wir in der 44. Minute noch einmal nachlegen konnten, war zu diesem Zeitpunkt natürlich Gold wert. Kimberly schlug von hinten rechts einen genauso gewollten Ball in die Tiefe auf Bhagi, die schon ein paar Meter unterwegs war, entschlossen dem Ball nachging, es konnte vom Gegner niemand folgen. Herausragend wie überlegt sie den Ball mit viel Gefühl über die Torhüterin ins Netz legte.

In der Halbzeit hatten wir eigentlich nichts zu kritisieren, es war definitiv hervorragend, wie wir die Ruhe behalten haben und dass wir nach den vielen nicht erfolgreichen Abschlüssen nicht in Hektik verfallen sind, schließlich mussten wir das Spiel natürlich gewinnen, um dranzubleiben. Mit zunächst unverändertem Personal begannen wir Halbzweit zwei, wollten weiter mannschaftlich konzentriert in der Defensive arbeiten, das Ergebnis nicht verwalten, sondern aus einer starken Abwehr heraus irgendwann nachlegen.

In den folgenden 45 Minuten brannte wenig bis nichts an, weil wir die Konzentration hoch hielten, gut den Ball laufen ließen und immer dann, wenn es notwendig war, die wichtigen Zweikämpfe rechtzeitig gewannen. Deswegen rollte eine Lawine nach der anderen auf des Gegners Kasten. Leider betrieben wir (wieder mal) einen phänomenalen Chancenwucher, es wäre locker möglich gewesen, bereits im vorletzten Saisonspiel die 100-Tore-Marke deutlich zu übertreffen. Deswegen war das Spiel auch lange nicht entschieden, wir mussten uns in einer Situation bei Cora und ihrer tollen Parade bedanken, dass das Spiel nicht noch mal eng wurde. Erst als Bhagi mit ihrem ersten Doppelpack in der 81. Minute das 3:0 nach Zuspiel von Paulina erzielte, war die Messe gelesen. Danach nahmen wir neben Paulina noch Lara und Ramona vom Platz, sodass Rabea, Marie und Maddy noch zu einigen Spielminuten kamen.

Letzten Endes war es ein verdienter Sieg gegen einen starken Gegner mit einer noch stärkeren Torfrau. Schön, dass wir es auch geschafft haben zu Null zu spielen, was in erster Linie für die Abwehrkette und Cora spricht. Verteidigen fängt aber bereits vorne an, großartig wie Sabine und Sophie zentral wie eh und je unterwegs waren, Lara und Sammy schlossen nach hinten die Lücken mit großer Laufbereitschaft. Auch erfreulich, dass wir in der Abwehrkette weniger Hektik entwickeln, bestrebt sind die Bälle zu kontrollieren und den ersten präzisen Ball im Spielaufbau zu spielen. Was Bhagi vorne alleine wieder an Metern machte, wie sie den Ball gegen robuste Gegnerinnen annehmen, abschirmen und sich durchsetzen kann – das ist für eine Spielerin ihres Alters schon enorm. Da fällt es auch nicht so sehr ins Gewicht, dass uns Michelle auch am nächsten Wochenende wegen ihrer Sperre natürlich weiter fehlen wird. Genauso werden Laura, die heute ihr letztes Spiel in dieser Saison machte (geht in den wohlverdienten Urlaub nach Abistress), und Gabi, die beruflich unterwegs ist, in Hamborn nicht dabei sein können. Mit Chrissie und hoffentlich auch wieder Leonie, Caro und Ramona H werden wir die Lücken im hinteren Bereich aber sicher adäquat auffüllen können.

Es ist also angerichtet für das Herzschlagfinale am kommenden Wochenende (Anstoß 13 Uhr in Hamborn), wo wir uns natürlich auch viele mitreisende Zuschauer wünschen. Wir wollen auch dort unbedingt gewinnen, die 60-Punkte- und 100-Tore-Marke knacken, den 20. Saisonsieg einfahren, Paulina zum Geburtstag als Torschützenkönigin der Bezirksliga feiern, vielleicht noch die Fairplay-Wertung an uns reißen und als Krönung auch den Aufstieg feiern. Selbst wenn uns einiges davon und speziell letzteres nicht gelingt, ist es schon jetzt eine herausragende Saison. Wir hoffen auf eine hoch motivierte und sportlich faire SpVgg Schonnebeck, die uns mit mindestens einem Punktgewinn gegen RWE tolle Schützenhilfe leisten würde. Wenn unser Spiel angepfiffen wird, ist dieses Spiel bereits beendet. Im Fall der Fälle sind wir bereit! Egal, wie die Runde am nächsten Wochenende endet, wir werden im Anschluss auf unserer Anlage noch ordentlich feiern, das ist mal sicher! Und dann haben wir am 31.5. bei TUSEM Essen (Anstoß 19:30 Uhr) noch die Chance, uns für den Niederrheinpokal mit optimal besetztem Kader inklusive Michelle zu qualifizieren. Danach gehen wir in die Sommerpause und werden es auch auf unserer Abschlussfahrt nach Holland ordentlich krachen lassen.

 
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RE: Spielberichte Saison 2016/2017

#28 von Pillendreher04 , 29.05.2017 10:01

GW Hamborn – SUS Niederbonsfeld 4:3 (2:2)

Im letzten Meisterschaftsspiel der Saison 2016/17 kassierten wir die dritte Saisonniederlage und verloren mehr als unglücklich mit 3:4 in Hamborn. Es war ein über weite Strecke gutklassiges Spiel auf einem durch die Regenfälle seifigen, aber gut bespielbaren Naturrasen unter Saunabedingungen. Durch den 3:0-Sieg von RWE gegen Schonnebeck, der bei Anpfiff der Partie schon feststand, hatten wir keine Chance mehr auf den Platz an der Sonne. Wir wollten das Spiel trotzdem gewinnen und die 60-Punkte-Marke knacken, dafür war automatisch das hundertste Meisterschaftstor erforderlich. Mit einem 14er-Kader, der aufgrund von Sperren, Verletzungen und berufsbedingten Ausfällen auch das „letzte“ Aufgebot war, wollten wir von Beginn an Gas geben und die Formkurve für das Spiel um Platz 3 am kommenden Mittwoch bei TUSEM Essen (Anstoß 19:30 Uhr) hochhalten.

Auf der Bank nahmen zunächst Ramona H, Jana und Maddy Platz. Taktisch, in Mittelfeld und Angriff unverändert begannen wir mit Kimberly, Chrissie, Leonie und Ramona W in der Viererkette vor Cora. Aufgrund des Ergebnisses von RWE konnten wir es den Mädels nicht verübeln, dass die Spannung dann trotz des Willens nicht so recht da war. Hamborn war sehr laufbereit und griffig, wir zunächst nicht. Wir kamen nicht richtig in die Zweikämpfe, kamen deshalb auch nicht zum eigenen Spielaufbau. In der Folge lagen wir nach 29 Minuten verdient mit 0:2 zurück, ein Pfostentreffer und ein kläglicher Abschluss aufs leer Tor – es hätte auch leicht 0:4 stehen können, fast müssen. Uns fehlte in hinterster Front die Spritzigkeit und die Schnelligkeit, um die Lawinen auf unser Tor unterbinden zu können. Nach dem 0:2 ging aber ein Ruck durch die Mannschaft, ohne entsprechende Gegenwehr wollten wir uns dann doch nicht ergeben. Ein Pfostentreffer von Paulina, die sich in hohem Tempo alleine vor die Torfrau durchspielte, dann aber Pech im Abschluss hatte, war das Startsignal für die folgende Aufholjagd, die in den Minuten 37 und 44 durch den 10. Saisontreffer von Bhagi und das 28. Saisontor von Paulina zum 2:2-Pausenstand führte. Höchsten Respekt für diesen Kraftakt vor der Pause, der mal wieder zeigte, dass die Einstellung und die Moral, sich auch nach Rückständen wieder zusammenzureißen, absolut da sind. Auch wenn es faktisch um nichts mehr ging, ein tolles Signal dieser Mannschaft, die erheblich investieren musste gegen einen Gastgeber, der unbedingt Platz 3 in der Abschlusstabelle sichern wollte.

In der Pause nahmen wir zwei Wechsel vor und veränderten auch unsere taktische Ausrichtung. Lara rückte als zweite Spitze aus dem rechten Mittelfeld zu Bhagi in den Sturm, wir wollten in vorderster Front noch präsenter sein und eine zusätzliche Anspielstation haben. Auf dieser ungewohnten Position machte Lara in den zweiten 45 Minuten ein tolles Spiel, kam den Bällen super entgegen, konnte sich in einer Vielzahl von Zweikämpfen sehr gut behaupten und war die erhoffte und wertvolle Unterstützung für Bhagi. Ins rechte Mittelfeld wechselte von links Sammy, Jana besetzte die linke Außenposition und kam für Kimberly ins Spiel. Die Dreierkette hinten bildeten fortan Leonie, Chrissie und Ramona H, die für Ramona W eingewechselt wurde. Wir wollten mehr Risiko gehen, den Gegner hinten mehr beschäftigen, damit wir nicht so viel Druck auf die eigene Abwehrreihe bekommen und das Ergebnis natürlich noch komplett drehen.

Kurz nach Wiederanpfiff bekam Sammy zwei Schläge ab, die ein Weiterspielen verhinderten, für sie rückte Maddy ins rechte Mittelfeld. Damit war das Wechselkontingent schnell erschöpft, jede einzelne musste sich nun durchbeißen. Mit fortlaufender Spielzeit entwickelte sich ein einzigartiger Sturmlauf auf des Gegners Kasten, Sabine und Sophie drehten jeden Quadratzentimeter im Mittelfeld auf links, gewannen viele wichtige Zweikämpfe und entlasteten damit die Abwehrreihe. Dies war auch die Grundlage für die Angriffswellen, die wir über Jana, Maddy und Paulina immer wieder gestartet bekamen. Vorne schmissen sich Bhagi und Lara voll ins Zeug, es war nur eine Frage der Zeit, wann das 3:2 fällt. Bhagi hatte unglaubliches Abschlusspech inklusive eines weiteren Alutreffers, sie machte zuvor immer alles richtig, das war kein Unvermögen, weil sie immer unter Bedrängnis war und dennoch zum Abschluss kam. Maddy hatte auch noch ein dickes Ding auf dem Fuß, ihr Abschluss mit links aus etwa 8 Metern strich aber knapp am Pfosten vorbei. Paulina, die ihren Geburtstag am Samstag in Paris feierte und mit wenig Schlaf mehr oder weniger aus dem Bus aufs Spielfeld „getragen“ werden musste, spulte ein unfassbares Pensum ab und zeigte einen enormen Willen, sich mit dem 29. Treffer die Krone in der Torschützenliste aufzusetzen, ohne dabei eigensinnig zu sein. Hinten standen wir bis zur 83. Minute viel sicherer als im ersten Abschnitt. Wie es dann so ist, wenn frau zum wiederholten Male mit den Chancen mehr als wuchert – machst du die Buden nicht, macht sie der Gegner… Wie aus dem Nichts stand es nach einem Doppelschlag in der 83. und 84. Minute plötzlich 2:4. Doppelt unglücklich, dass des Gegners Nr. 6 mit ihrem 29. Treffer wieder an Paulina vorbeizog. So konnte das aber nicht stehen bleiben. Obwohl nur noch ein paar Minuten zu spielen waren, konnte Paulina in der 87. Minute wieder mit dem 3:4 gleichziehen. Mit etwas mehr Fortune hätten wir auch noch das 4:4 erzielen können, aber die Kraft war natürlich irgendwann weg und damit auch die letzte Konzentration. Sei’s drum !

Wir haben immerhin drei unserer fünf Ziele im letzten Spiel erreicht: Wir haben über 100 Tore erzielt, die Fairplay-Wertung zusammen mit Adler Frintrop gewonnen und Paulina hat sich persönlich mit 29. Saisontoren die geteilte Krone aufgesetzt. Nicht knacken konnten wir die 60-Punkte-Marke und am letzten Spieltag noch an RWE vorbeiziehen. Wir sind ja eigentlich die ganze Saison hinterhergelaufen, haben eine enorme Moral gezeigt, saßen RWE immer im Nacken, mehr kann man fast nicht erwarten, wenn man die Entscheidung nicht mehr selbst in der Hand hat. Uns haben leider die letzten 5 Minuten in Wanheim, wo wir ohne Not einen 2:0-Vorsprung verspielt haben, das Genick gebrochen. Mit den beiden Punkten mehr, hätten wir das Spiel gestern mit großer Wahrscheinlichkeit auch gewonnen. Hätte, hätte, Fahrradkette – am Ende lügt die Tabelle nie.

Die Saison war, ist und bleibt herausragend und außergewöhnlich, es hat großen Spaß gemacht mit der Mannschaft zu „arbeiten“, wir machen das natürlich weiter, keine Frage! Wir werden top vorbereitet in die neue Saison gehen, hoffentlich aus unseren Fehlern gelernt haben und greifen dann wieder voll an!

Nach dem gestrigen Spiel haben wir auf unserer Anlage noch richtig die Korken knallen gelassen, toll, dass wir auch beim Feiern die Mannschaft sind.

Am Mittwoch wollen wir uns mit aller Macht gegen den Landesligisten TUSEM Essen Platz drei im Pokal holen – bei dann hoffentlich angenehmeren Temperaturen haben wir Michelle nach ihrer Sperre wieder an Bord, wir werden die letzten Reserven zusammenkratzen und uns auch durchsetzen, davon sind wir total überzeugt !


 
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RE: Spielberichte Saison 2016/2017

#29 von Pillendreher04 , 02.06.2017 11:14

TUSEM Essen – SUS Niederbonsfeld 5:1 (2:0) Spiel um Platz 3 im Kreispokal

Unser Ziel, mit einem Sieg in den FVN-Pokal der nächsten Saison einzuziehen, haben wir deutlich verfehlt. Das Spiel ging auch in der Höhe verdient mit 1:5 verloren. Die gezeigte Leistung ist unverständlich, aber schon in der unmittelbaren Spielvorbereitung waren andere Themen wichtiger als das bevorstehende Spiel, die Spannung fehlte gänzlich. Kadermäßig hatten wir mit Ausnahme von Laura und Sammy alles dabei, was Rang und Namen hat.

War das Spiel über lange Phasen in der ersten Hälfte, wo wir drei sehr gute Einschussmöglichkeiten hatten, mindestens zwei Tore machen und führen müssen, noch lange offen, so fehlte in der zweiten Hälfte der absolute Wille sich besser zu präsentieren und das Ruder noch einmal rumzureißen. Mit ganz wenigen Ausnahmen zeigte keine Spielerin Normalform, enge und wichtige Zweikämpfe wurden alle verloren, das Spiel über außen fand nicht statt und in der Spitze waren wir erschreckend harmlos. Symptomatisch kassierten wir in den beiden letzten Minuten vor der Pause einen Doppelschlag, die Unkonzentriertheiten unmittelbar vor und nach den An- bzw. Abpfiffen passierten nicht zum ersten Mal, hatten Sie uns doch auch schon die Meisterschaft und damit den Aufstieg gekostet.

In der Halbzeit fehlten fast die Worte, wir wollten uns aber noch mal zusammenreißen und was probieren.

20 Minuten lang war das Spiel einigermaßen offen, obwohl wir nicht wirklich klare Chancen erspielen konnten. In der 64. Minute erzielte der Gastgeber das 3:0, damit war die Angelegenheit vom Tisch. 4 Minuten später erzielte Paulina nach schöner Einzelleistung zwar das 1:3 mit einem trockenen Abschluss von der Strafraumkante, es keimte noch etwas Hoffnung auf, wir wollten systemtechnisch umstellen und mit Caro und Maddy zwei neue Leute bringen, in der nächsten Aktion vor der Auswechslung fiel aber postwendend das 1:4. Danach war dann erst recht Schicht im Schacht, das fünfte Gegentor 6 Minuten vor Schluss machte die Klatsche perfekt.

War die Niederlage im letzten Spiel in Hamborn noch wegen der gezeigten Leistung sehr gut zu ertragen, so war es diese überhaupt nicht. Wir waren nicht ansatzweise bereit und mit den Gedanken überall, nur nicht auf dem Platz. Leider hat dadurch der insgesamt herausragende Eindruck der Saison 2016/17 etwas gelitten. Es ist gut, dass jetzt die Sommerpause beginnt. Wir freuen uns auf die Abschlussfahrt über Fronleichnam nach Holland und starten dann am 19.07. in die Vorbereitung auf die neue Saison – hoffentlich vom ersten Tag an mit der erforderlichen Einsatzbereitschaft und viel mehr Konzentration auf das Wesentliche. Sonst wird es schwer, die erfolgreiche Saison zu toppen, wir müssen erst recht eine Schippe drauflegen, wenn wir unsere ambitionierten Ziele erreichen wollen.

 
Pillendreher04
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