Spielberichte Saison 2019/2020

#1 von Pillendreher04 , 26.08.2019 08:49

Fortuna Wuppertal-SUS Niederbonsfeld 3:4 n.E. (1:0; 1:1) (1. Runde Niederrheinpokal)

Nach einer langen und ergebnistechnisch durchwachsenen Vorbereitung (4 Siege bei einem Remis und 3 Niederlagen), in der wir viel probiert, jeder Spielerin ausreichend Spielanteile gegeben haben, die im Zeichen der Integration von gleich 8 Neuzugängen bei 6 Abgängen stand, waren wir heiß auf das erste Pflichtspiel der Saison 2019/20. Wir wollten die ansteigende Formkurve bestätigen und natürlich Runde 2 im Niederrheinpokal erreichen. Mit Fortuna Wuppertal, gegen die wir uns im letzten Jahr in beiden Meisterschaftsspielen schwertaten und jeweils Remis spielten, hatten wir direkt einen echten Prüfstein als optimale Vorbereitung auf den SV Rosellen im ersten Meisterschaftsspiel vor der Brust. Wir haben für die neue Saison 24 Spielerinnen an Bord, haben inzwischen fast jede Position sogar dreifach besetzt, sind qualitativ und quantitativ sehr breit und hervorragend aufgestellt, sodass es direkt im ersten Spiel Härtefälle gab, für die es nicht ins Aufgebot für dieses erste Pflichtspiel gereicht hat.

Für dieses an Dramatik kaum zu überbietende Pokalspiel hatten wir uns für folgende Startelf entschieden:

Annabelle – Sammy, Eileen, Sophie, Gabi – Paulina, Mariann, Marie, Bretti, Ronya – Britta
Auf der Bank: Cora, Ramona W, Janina, Natalie und Michelle

Die äußeren Umstände waren aufgrund der Temperaturen für beide Teams schon grenzwertig. Drama Nr. 1 bereits nach 9 Minuten, Annabelle verletzte sich bei einer an sich harmlos wirkenden Abwehraktion ohne Fremdeinwirkung schwer, erste Diagnose Bänderriss im Knöchel, Kniescheibe raus, näheres werden weitere Untersuchungen zeigen, gute Besserung auch noch mal auf diesem Wege! Im Zuge dieser Aktion fiel auch das 0:1, vom Pfosten sprang der Ball zum erfolgreichen Abschluss wieder ins Feld. Mit dem fälligen Torhüterwechsel und dem frühen Rückstand begann das Spiel für uns denkbar schlecht. Die erste Trinkpause haben wir dazu genutzt, uns wieder aufzurichten, unterbrochen wurde das Spiel danach noch für den Abtransport von Annabelle mittels Krankenwagen. Mit zunehmender Spielzeit haben wir uns gefangen und von dem Schock erholt. Wir waren defensiv klar geordnet, hatten einen sehr guten Zugriff in den Zweikämpfen und brachten unsere spielerische Linie immer besser durch. Trotz guter Gelegenheiten haben wir aber leider nichts Zählbares zustande bekommen. Nach einer zweifelhaften Abseitsentscheidung kassierte Britta nach Ballwegschlagen eine berechtigte gelbe Karte, die noch Folgen haben sollte.

In der Halbzeitpause stand ganz klar die Erholung im Mittelpunkt, von unserer Marschrichtung wollten wir trotz Rückstand zunächst nicht abweichen, wir hatten ins Spiel gefunden und waren uns sicher, dass wir weitere Chancen in Halbzeit zwei bekommen und diese dann auch in personell unveränderter Formation nutzen werden.

In der 53. Minute haben wir bereits den verdienten Ausgleich erzielt. Paulina zog auf links unwiderstehlich in die Tiefe, legte den Ball von der Grundlinie in die Mitte, wo Britta im dritten Versuch aus dem Getümmel heraus humorlos abschloss. Dummerweise musste sie in Minute 64 mit Ampelkarte vom Feld. Mit gelb belastet die Ausführung eines Freistoßes tief in des Gegners Hälfte behindern, ist nicht ganz so schlau, die Entscheidung des Schiris ist schon nachvollziehbar. In der unmittelbar anschließenden zweiten Trinkpause mussten wir uns erneut sortieren. Wir haben unsere Ausrichtung etwas modifiziert, wir wollten und mussten uns nun taktisch und gerade in defensiver Hinsicht äußerst strukturiert verhalten, in Unterzahl kräftesparend spielen, auf aussichtsreiche, offensive Aktionen lauern. Die Mannschaft hat die Vorgaben herausragend umgesetzt, man hat nicht wirklich gemerkt, dass wir zu zehnt unterwegs waren. Wir sind sogar offensiv gefährlich gewesen, hatten gute Chancen nach Kopfball von Sophie infolge eines Eckballs und durch einen direkten Freistoß, aber auch Möglichkeiten aus dem Spiel heraus. Wir haben weiter mit Köpfchen offensiv gespielt, uns nicht hinten reingestellt. Weil wir taktisch so gut geordnet waren, sich jede an ihre Rolle hielt, fiel Wuppertal nicht viel ein, es wurden fast ausschließlich lange Bälle gespielt, die uns vor keinerlei Probleme stellten. Letztlich ging es in die Verlängerung.

Auch für die folgenden 30 Minuten gab es keinen Grund personell und taktisch Veränderungen vorzunehmen.
In der ersten Hälfte der Verlängerung hatten wir einmal großes Glück als Fortuna nach Flanke den Ball freistehend vor dem leeren Tor vorbei köpfte, einmal noch größeres Pech als Bretti sich nach vorne durchtankte, die Kugel von links etwas zu genau an den langen Pfosten setzte. In Hälfte zwei ähnliche Chancenverteilung, einmal wurden wir mit einem langen Ball überspielt, Fortuna vergab den springenden Ball aber überhastet und kläglich. In der 110. Minute hat auch der Trainer etwas für Kartenstatistik getan, Saisongelb Nr. 1 (berechtigt, sollte dabei bleiben), aber wenn wir einen so dermaßen klaren Foulelfmeter (an Marie verübt) nicht bekommen – da kann man schon mal aus dem Karton springen. Auf der letzten Rille laufend haben wir uns dann ins Elfmeterschießen gespielt, nicht gerettet. Um etwas Luft zu gewinnen, haben wir zunächst Michelle für Ronya, kurz vor Schluss Janina für Mariann reingeworfen.

Wir haben kurz angesprochen, was nun wichtig ist, hatten die noch relativ frische, positive Elfmetererfahrung aus dem Pokalendspiel gegen Steele im Gedächtnis, das Momentum war nach 67 Minuten Unterzahlspiel definitiv auf unserer Seite, die Mannschaft wild entschlossen, sich für den enormen Aufwand zu belohnen.

Fortuna begann und setzte den ersten Schuss direkt neben das Tor. Sophie brachte uns eiskalt mit 1:0 in Front. Die nächsten beiden Schützinnen vom Gastgeber versenkten die Kugel ebenso sicher wie Paulina und Marie. Den Elfmeter Nr. 4 von Fortuna parierte Cora danach herausragend, was Sammy als vierter Schützin die nötige Ruhe geben sollte, leider hielt die Keeperin ihren Versuch. Elfmeter Nr. 5 vom Gastgeber ging auch neben die Kiste, weswegen Bretti gar nicht mehr schießen musste, Runde Nummer 2 war unter großem Jubel erreicht.

Mit welcher Leidenschaft wir über die 120 Minuten agiert, alle Nackenschläge unter extremen Wetterbedingungen weggesteckt, wie wir uns taktisch zu 100 % an das gehalten haben, was besprochen war, wie wir immer positiv geblieben sind, uns gegenseitig gepusht und motiviert haben – das war überragend ! Ganz zu schweigen davon, dass jede einzelne 150 % Laufbereitschaft gegeben hat, es ging immer weiter voran, das Spiel hat körperlich mehr als alles abverlangt, größten Respekt dafür !

Wir haben unseren guten Eindruck aus den letzten Testspielen in diese erste Runde transportiert, wir haben uns mit dem Einzug in Runde zwei belohnt und uns sicherlich einen Kick für das erste Meisterschaftsspiel zuhause am kommenden Sonntag gegen den Aufstiegsfavoriten aus Rosellen (Anstoß um 13:00 Uhr an der Kohlenstraße) geholt. Wenn wir so agieren wie heute, sind wir nicht chancenlos und hoffen auf eine große Zuschauerkulisse, die sich die Mädels absolut verdient hätten.

 
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RE: Spielberichte Saison 2019/2020

#2 von Pillendreher04 , 02.09.2019 08:22

SUS Niederbonsfeld – SV Rosellen 4:0 (0:0)

Das erste Meisterschaftsspiel gegen den etablierten Landesligisten aus Neuss mit 4:0 zu gewinnen – das war selbst mit großer Phantasie nicht zu erwarten, ein perfekter Auftakt! Wir haben eine herausragende zweite Hälfte gespielt, dürfen aber nicht vergessen, dass der Gast lediglich zu zehnt antrat und dass dies in der ersten Hälfte nicht ansatzweise aufgefallen ist. So gut wie unser Unterzahlspiel in Wuppertal war, so schlecht war das Überzahlspiel in den ersten 45 Minuten mit dem ersten Torabschluss nach 35 Minuten.

Unter der Woche mussten wir den nächsten Nackenschlag verkraften, Bambi hat sich im Training eine schwere Knieverletzung nach einem unglücklichen Zweikampf zugezogen und fällt bis auf weiteres aus, gute Besserung!
Personell hatten wir dennoch keine Probleme, Ramona W hat sich bereit erklärt, bei den Damen 2 auszuhelfen und mitgeholfen, mit einem 4:2-Sieg in Katernberg ebenfalls erfolgreich in die Saison zu starten, großen Dank dafür!

Aufgrund Brittas Sperre und der schweren Verletzung von Annabelle (Kreuzbandriss und Riss von Außen- und Innenmeniskus, Katastrophe!) waren wir gezwungen, die Startelf dennoch zu verändern und begannen wie folgt:

Cora – Ramona H, Eileen, Sophie, Gabi – Ronya, Amelie, Marie, Bretti, Paulina – Natascha
Auf der Bank zunächst Janina, Michelle, Sammy und Mariann.

Wir hätten vor dem Anpfiff besser nicht auf die Unterzahlsituation des Gegners hingewiesen, damit können wir anscheinend nicht umgehen, das hemmt wohl eher, als dass es pusht. Im Trainerteam waren wir auch nicht mutig genug, die Marschrichtung von Beginn an mit einem bedingungslosen Pressing vorzugeben. Wir wollten uns zunächst wie in der Vorwoche an die Mittellinie zurückziehen, uns defensiv gut organisieren und dem Gegner im Spielaufbau zunächst den Ball überlassen. Das wurde auch umgesetzt, nur haben wir keinen Zugriff bekommen, haben uns verbal nicht so organisiert, dass wir in Überzahlsituationen kommen. Wenn wir die Kugel hatten, hatten wir enorm viele technische Aussetzer, sodass der Ball direkt wieder weg war, wir haben keine Ruhe ins Spiel gebracht, waren viel zu hektisch. Wir wollten nicht schon während der ersten Hälfte rigoros umstellen, sondern wollten es in der Halbzeit in Ruhe besprechen, die Verunsicherung war einfach zu groß. Zum Glück haben wir uns in der ersten Hälfte keinen Gegentreffer eingefangen, bei einem Abschluss aus großer Distanz mit einem Heber war Cora auf der Höhe. Wir hatten drei, vier Gelegenheiten nach der 35. Minute durch Natascha und nach einem Eckball, aber konnten keine Pausenführung mitnehmen.

In der Pause haben wir den Resetknopf gedrückt. Wir haben die Mängel schon knallhart angesprochen, haben der Mannschaft aber auch Mut gemacht und das Spielsystem komplett umgestellt. Mit Beginn der zweiten 45 Minuten haben wir auf Dreierkette mit Ramona, Sophie und Eileen umgestellt, Gabi rückte ins linke Mittelfeld, Paulina auf die 10 und Marie zu Natascha in die Sturmspitze.

Die Mädels haben fortan eine Topreaktion auf die harsche Kritik gezeigt. Wir haben das geplante Pressing mit Wiederanpfiff und unverändertem Personal sofort geordnet und zielgerichtet umgesetzt, haben sehr früh die Bälle geholt oder zumindest den Aufbau unterbrochen, sodass wir während der zweiten Hälfte eigentlich überhaupt nicht mehr selbst in Bedrängnis gerieten. Wir haben mit schneller Spielverlagerung endlich die Räume geöffnet bekommen, hatten über außen enormen Zug zum Tor, da wehte sofort ein anderer Wind. In der 56. Minute haben wir uns belohnt und sind durch Ronya mit 1:0 in Führung gegangen. Vorausgegangen war ein unwiderstehlicher Antritt von Gabi über links, die den Ball von der Außenlinie in die Mitte brachte und Ronya am zweiten Pfosten keine großen Probleme hatte die Kugel zu versenken. Die Führung gab uns eine Portion zusätzliche Sicherheit und Selbstvertrauen. Wir haben die Neuausrichtung in der Folge konsequent weiterverfolgt und den Gegner von unserem Kasten ferngehalten. Nach dem ersten Wechsel und rund einer Stunde (Michelle ersetzte Natascha) hatten wir nach einer Standardsituation Glück und mussten uns bei Cora bedanken, die den herausragend getretenen Freistoß aus 25 Metern aus dem rechten Torwinkel kratzte. In Minute 69 kam Mariann für Amelie zum Einsatz. Nach 70 Minuten konnte Michelle auf 2:0 erhöhen, nutzte ihre Gelegenheit im dritten Anlauf aus dem Gewühl heraus und belohnte sich für die deutlichst bessere Vorbereitungsphase. 15 Minuten vor Schluss haben wir noch einen Doppelwechsel vollzogen, Sammy kam für Ramona und Janina für Ronya. Zwischen Minute 80 und 86 schnürte Marie in ihrem ersten Pflichtspiel an der heimischen Kohlenstraße nach rund acht Jahren und ihrer Rückkehr vom VFL Bochum direkt den ersten Doppelpack.

Am Ende des Tages sind wir sehr zufrieden mit dem geglückten Saisonstart in der Meisterschaft, wir hätten mehr als vier Tore schießen müssen, haben aber gegen einen Gegner, der in Bestbesetzung sicherlich ein anderes Kaliber ist, zu null gespielt. Aus der ersten Hälfte müssen wir unsere Schlüsse ziehen.

Am nächsten Sonntag geht es wieder zur Fortuna nach Wuppertal. Dort erwartet uns wie in der Vorwoche ein Tanz auf der Rasierklinge gegen einen sicherlich hoch motivierten und auf Revanche ausgelegten Gegner. Anstoß ist um 15:00 Uhr.


 
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zuletzt bearbeitet 02.09.2019 | Top

RE: Spielberichte Saison 2019/2020

#3 von Pillendreher04 , 09.09.2019 09:50

Fortuna Wuppertal – SUS Niederbonsfeld 3:3 (1:1)

Die Serie ist fortgesetzt, auch im dritten Meisterschaftsspiel in Folge endete der Vergleich mit der Fortuna Remis. Am Ende eines rassigen Vergleichs trennte frau sich unterm Strich leistungsgerecht mit 3:3. Natürlich ist der Ausgleich 2 Minuten vor Schluss äußerst ärgerlich, aber nicht unverdient, da Fortuna übers Spiel gesehen die besseren Torchancen hatte, diese aber kläglichst vergab.

Im Vergleich zur Vorwoche mussten wir einige personelle Veränderungen vornehmen, Ronya fehlte arbeits-, Romona H studiumsbedingt. Für die beiden kamen Britta nach Gelbrotsperre und Mariann von Beginn an zum Einsatz. Aufgrund des kurzen Platzes und aus den Erfahrungen aus den letzten beiden Spielen heraus begannen wir mit Dreierkette und Doppelspitze in taktisch veränderter Ausrichtung:

Cora – Eileen, Sophie, Gabi – Amelie, Mariann, Paulina, Bretti, Natascha – Britta, Marie
Auf der Bank zunächst Sammy, Janina, Lara und Michelle.

Wir wollten uns vornehmen, vorne konsequent zu attackieren, dem Gegner nicht den Ball im Spielaufbau zu überlassen, waren auf frühe Ballgewinne aus, mussten dazu natürlich geordnet horizontal und vertikal verschieben und sehr griffig in den Zweikämpfen sein. Wir wollten auf keinen Fall die langen Bälle in die Spitze zulassen.

Wenn es nach 7 Minuten bereits 1:0 für den Gastgeber steht, kann man nicht behaupten gut ins Spiel gekommen zu sein. Aber mit dem Führungstreffer und dessen Entstehung offenbarte sich ein Problem, das uns das ganze Spiel beschäftigen sollte: Wir bekamen das erste von drei Toren nach Standardsituationen bzw. Flankenbällen. Bei der ersten Ecke des Spiels verloren wir das erste Luftduell, ob gewollt oder nicht wurde der Ball vors Tor geköpft, wo eine Gegenspielerin völlig blank stand und kein Problem hatte, die Kugel einzunicken. Abseits auf keinen Fall, da unser kurzer Pfosten beim Zuspiel zunächst, dann aber nicht mehr besetzt war. Denkbar schlecht, hat etwas gebraucht, bis wir uns wieder gefangen haben, an unserer Ausrichtung sollte das Gegentor aber nichts ändern. Mit fortlaufender Spielzeit haben wir ins Spiel gefunden, waren präsent ohne uns allerdings glasklare Torchancen herausspielen zu können. Der Ausgleich durch Amelie nach 30 Minuten fiel nach einer unübersichtlichen Aktion im gegnerischen 16er. Die Situation war eigentlich schon um, der Ball sprang in Richtung Strafraumlinie, aber Amelie zog den Ball mit dem Rücken zum Tor in Richtung Kasten, wo der Ball am langen Pfosten ins Tor trudelte, schönes Tor, zu dem Zeitpunkt für den betriebenen hohen Aufwand verdient. Fortuna Wuppertal war wie erwartet körperlich sehr präsent, ist unsere Dreierkette auch permanent angelaufen, wir haben aber hinten sehr ruhig gespielt, keine Hektik verbreitet und die Bälle sicher verteilt. Offensiv hat uns bei der ein oder anderen die Körperspannung gefehlt, weswegen wir uns nicht behaupten und in Richtung klarem Torabschluss durchsetzen konnten.

Mit dem Pausenpfiff begann es zu nieseln, was das Spielen auf Kunstrasen nicht einfacher macht. Taktisch und personell unverändert wollten wir an unserer Marschroute festhalten, unnötige Freistöße am eigenen Strafraum und Eckbälle vermeiden, vorne auf Kontersituationen lauern, einfach spielen und weiter konsequent die Zweikämpfe annehmen.

So schlecht die erste Hälfte begann, so gut ließ sich die zweite Hälfte an. Mit der ersten Torchance nach 55 Minuten konnten wir durch Marie, die sich im Strafraum nicht abkochen ließ und sich unter Bedrängnis durchsetzte, in Führung gehen. Wir haben danach sofort auf Viererkette umgestellt, Amelie machte den rechten Verteidiger, Paulina ersetzte sie auf rechts und Marie sollte sich etwas tiefer fallen lassen, Britta alleinige Spitze. Mit der taktischen Umstellung hatte der erneute, viel zu schnelle Ausgleich keine zwei Minuten später nichts zu tun. Wieder ein ruhender Ball auf unserer linken Seite, wieder eine sehr gut getimte Flanke auf den langen Pfosten, wieder ein Kopfball, diesmal unter deutlich größerer Gegenwehr, aber da muss man anerkennen, dass da alles passte, herausragend gutes Kopfballtor, da war brachiale Wucht und enormer Wille dahinter. Wir haben uns davon nicht beirren lassen, haben im weiteren Verlauf aus dem Spiel heraus sehr wenig zugelassen und selbst immer wieder Nadelstiche gesetzt, insbesondere tat sich Natascha hervor, die über links häufig in die Tiefe kam, sich körperlich behauptete, die Handbremse löste und ihre enorme Schnelligkeit aufs Grün brachte. Leider fanden ihre Querpässe von der Grundlinie vor dem Tor keine Abnehmer, weil Wuppertal gut zustellte und von uns zu wenige Spielerinnen mitgelaufen waren. Nach 80 Minuten brachte uns Marie mit ihrem zweiten Doppelpack im zweiten Meisterschaftsspiel nicht glücklich, aber doch etwas überraschend wieder in Führung. In der Situation haben wir gesehen wie wichtig es ist, schon in vorderster Front wach zu sein und zu spekulieren. Ein viel zu scharf gespielter Ball der Torhüterin im Aufbau wurde erobert, behauptet und versenkt. So schnell kann es gehen. Wenn man so kurz vor Schluss das Momentum wieder auf seiner Seite hat, darf da eigentlich nichts mehr schiefgehen. Ging es aber, hatte auch nichts mit den Einwechselungen von Sammy und Michelle für Natascha und Britta zu tun. Wieder haben wir auf links, diesmal aus dem Spiel heraus, den Flankenball nicht verhindert, standen in der Mitte zu weit weg, wieder Ausgleich, wieder durch Kopfball. Um den Sturm und Drang von Wuppertal zu unterbrechen, kam kurz vor Abpfiff noch Janina für Paulina ins Spiel.

Wir haben zu billig zwei Punkte liegen gelassen, ist sicherlich Grund genug sich richtig zu ärgern, ist auch gut so, aber es besteht keine Notwendigkeit irgendjemandem Vorwürfe zu machen. Wir haben über die gesamte Spielzeit hohes Engagement gesehen, fußballerisch hatten wir offensiv aber zu viele Defizite, einige Spielerinnen waren gestern zu kompliziert und überhastet, zu wenig robust und nicht geradlinig genug unterwegs, das müssen wir uns vorwerfen lassen und daran müssen wir dringend weiter arbeiten.

Am kommenden Sonntag empfangen wir vor der dreiwöchigen, spielfreien Zwangspause um 13:00 Uhr die Gäste aus Neuss-Weissenberg. Wir wollen ganz klar die drei Punkte zu unseren Gunsten verbuchen und sind auch guter Dinge, dass uns das gelingen wird.


 
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zuletzt bearbeitet 09.09.2019 | Top

   

Torschützinnen Damen I Saison 2019/2020

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